Wegberg: Natur an der Schwalm als Unterrichtsstoff

Wegberg : Natur an der Schwalm als Unterrichtsstoff

„Endlich mal Steuergelder sinnvoll eingesetzt”, meinte die Lehrerin der Klasse 9a von der Edith-Stein-Realschule, Mathilde Kramer, begeistert vom „Rollenden Klassenzimmer”, dem Umweltbus der Natur- und Umweltschutzakademie Nordrhein-Westfalen namens „Lumbricus”.

Er hatte auf Einladung der Schule in Wegberg halt gemacht, und so konnten 27 Schüler der 9a einmal Unterricht im Freien erleben. Lernen durch Tun war an diesem Vormittag angesagt, und dies ist die Devise des Umweltbusses generell.

„Es ist erwiesen, dass Schüler eigenständig und vor allem in der Praxis Erarbeitetes besser behalten”, betonte Mathilde Kramer sichtlich begeistert von der Aktion und dem Eifer ihrer Schüler.

Von diesem Eifer war auch der Umweltpädagoge Dietmar Schruk vom Lumbricus-Team begeistert, der die Klasse an der Schwalm hinter der Burg traf. „Die Schüler arbeiten im hohen Maße selbstständig”, lobte er und fügte ein weiteres Lob für die Stadt hinzu: „Die Arbeitsbedingungen sind hier sehr günstig für uns, wir haben nur kurze Wege bis zur Schwalm und fanden außerdem ein großes Artenspektrum vor”, schwärmte er.

Und genau darum ging es auch an diesem Vormittag. Die Schüler durften sich als Biologen, Chemiker und sogar als geografische Vermesser betätigen. Der als „rollendes Klassenzimmer" modern ausgestattete Bus mit 26 Arbeitsplätzen und der mobilen Laborausrüstung mit Mess- und Analysengeräten für Wasser und Boden dient dabei zur Unterstützung.

Nachdem sich die Schüler entschieden hatten, was genau sie interessiert und sie unter die Lupe nehmen wollen, ging es auch schon los. Mit entsprechenden Arbeitsmaterialien versorgt, zu denen in erster Linie Köchern, oder speziellen Messgeräten oder lange Gummistiefel gehörten, galt es die Schwalm zu erkunden.

Zunächst waren möglichst viele Informationen über den gewählten Umweltbereich zu sammeln. Die Biologen sammelten daher jedes Lebewesen, das ihnen in die Quere kam und nicht schnell genug entkommen konnte ein, um es später genau unter die Lupe zu nehmen und mit Hilfe eines Artenkataloges zu bestimmen.

Die Chemiker dagegen konzentrierten sich auf Wasser- und Bodenproben, während die geografischen Vermesser sämtliche Daten über die Schwalm sammelten, die mit ihrer Breite, Fließgeschwindigkeit oder Höhe zu tun haben. Alle Informationen trugen die Schüler in Ergebnislisten ein, um sie danach im hochmodernen „rollenden” Labor im Lumbricus zu analysieren.

Die Chemiker bestimmten etwa die Wasserhärte der Schwalm. Die geografischen Vermesser erstellten derweil anhand ihrer Daten eine Profilskizze des untersuchten Schwalmabschnitts. Zu guter Letzt galt es, über die erarbeiteten Projekte Kurzreferate zu halten. Das Gesamtergebnis wurde auf einem Videoband festgehalten.