Kreis Heinsberg: Nachwuchs „rund um die Uhr” betreut

Kreis Heinsberg : Nachwuchs „rund um die Uhr” betreut

Für Tradition und Fortschritt steht Erkelenz. Dieses Motto steht gleichwohl auch für die Einrichtung einer Großtagespflege für Kinder von Mitarbeitern des Hermann-Josef- Krankenhauses und für Schülerinnen des Berufskollegs, die alleinerziehend leben.

In Kooperation mit dem Berufskolleg Erkelenz entsteht gemeinsam mit der Hermann-Josef-Stiftung die neue Kinderpflegestätte an der Goswinstraße. Ab Januar sollen bis zu neun Kinder ab einem Alter von vier Monaten von zunächst drei Tagesmüttern gleichzeitig betreut werden. Die Arbeitszeiten in pflegerischen und medizinischen Berufen bringen es mit sich, dass die Einrichtung von 5.30 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet ist. Dieses Erkelenzer Modell orientiert sich an den Kliniken in Hamm, wo das Konzept bereits eingesetzt wird.

„Das Berufsleben hat sich drastisch verändert, so Verwaltungschef Wolfgang Salz, „denn die Frauen drängen nach der Geburt wesentlich früher zurück in den Beruf.” Die Idee dieser Großtagespflege stand laut Salz schon länger auf der Agenda. Nach Gesprächen mit der Stadt und dem Berufskolleg Erkelenz wird sie jetzt umgesetzt. Ursula Hönigs vom Hermann-Josef-Altenheim sieht es ähnlich: „Viele Mitarbeiter sind weiblich und haben komplizierte Arbeitszeiten. Jetzt ist aber die Möglichkeit gegeben, die Kinder hier betreuen und gleichzeitig das Berufsleben stattfinden zu lassen.”

Für Paul-Günther Threin, Leiter des Berufskollegs, ergeben sich noch weitere Vorteile. So sei es jetzt möglich, eine Ausbildung zu machen mit dem Wissen, dass sich optimal um das eigene Kind gekümmert wird. Gleichzeitig bestehe die Chance, die Betreuung weiter auszubauen und weitere alleinerziehende Mütter zu entlasten. Auch bieten sich hervorragende Synergieeffekte, da die Schülerinnen durch Praktika das Krankenhaus unterstützen können.

Bürgermeister Peter Jansen begrüßte das neue Erkelenzer Modell. Einen Dank richtete er an alle Beteiligten, die diese neue Einrichtung möglich gemacht haben. Um die optimale Betreuung des Nachwuchses nachhaltig auf den Weg bringen zu können, werden noch Tagesmütter gesucht. Ansprechpartnerin beim städtischen Jugendamt ist Ingrid Bünger, Tel. 02431785340 (nur vormittags erreichbar).