Welldorf-Güsten: Nach Platzsturm: Trainer im Schockzustand

Welldorf-Güsten : Nach Platzsturm: Trainer im Schockzustand

„Da wird Fußball zur Nebensache. Wenn Leute, bewaffnet mit Pistolen, Knüppeln und Eisenstangen, auf Zuschauer und Spieler losgehen — auch vor Kindern nicht Halt machen —, dann ist man fassungslos. Und das bin ich“, sagt Bernd Virnich, Trainer der Sportfreunde Düren.

Während des Platzsturms versteckte er sich in einem hinteren Teil der Anlage: „Ich hatte Heidenangst, habe um mein Leben gefürchtet. Gott sei Dank ist mein Sohn, der sonst immer dabei ist, nicht mitgefahren.“

Und weiter: „Ich kann doch jetzt nicht mehr einfach so die Spieler zum Training bitten, immer mit dem Hintergedanken, jetzt kommen diese Chaoten wieder.“ Virnich wörtlich: „Da muss man sich auch fragen, ob man als Trainer weitermacht. Die Situation hat mich überfordert“, schilderte er, traute sich am Sonntag „erst wieder aus der Deckung, als die Polizei anrückte“. Bis dahin hätte noch weitaus Schlimmeres passieren können: „Die Täter haben nicht einmal Frauen und kleine Kinder verschont, auch auf sie eingedroschen. Es war unvorstellbar. Es liefen schreiende und kreischende Kinder herum“, berichtete Bernd Virnich, der am Montag das Training für diese Woche abgesetzt hat.

„Nicht ungesühnt bleiben“

„Ich bin total am Ende“, schilderte Welldorf-Güstens Trainer Winni Ronig. Er deutete an, „aus diesen schrecklichen Vorgängen meine Konsequenzen“ zu ziehen. In welcher Form, das ließ er offen.

Dass auch der Vorstand der Grün-Weißen Konsequenzen ziehen wird, kündigte Vorsitzender Karl-Heinz Albersmeier an. „Wir setzen uns am Montagabend zusammen, werden beraten und dann entscheiden.“ Videomaterial, das die Auseinandersetzungen zeigt, werde derzeit von der Polizei ausgewertet. „Ich hoffe, dass es so möglich wird, diese Chaoten zu identifizieren, damit sie eine gerechte und angemessene Strafe bekommen. Das Geschehene darf nicht ungesühnt bleiben“, betonte der erste Vorsitzende mit deutlichen Worten.

Auch Manfred Schultze, Vorsitzender des Fußball-Kreises Düren, war Augenzeuge: „Innerhalb von Augenblicken bildete sich eine Menschentraube am Eingang der Sportanlage, und plötzlich stürmten sie los. Alles lief blitzschnell ab. Die Täter schlugen mit einer unfassbaren Brutalität auf die Opfer ein.“

„Der Vorfall wurde an die zuständigen Gremien abgegeben“, prüft der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) Pressesprecherin Ellen Bertke zufolge die Ereignisse aus sportgerichtlicher Hinsicht.

(sf/kte)