Hückelhoven: Nach „Ommas” Tod erbt Willi Bohnen

Hückelhoven : Nach „Ommas” Tod erbt Willi Bohnen

Die unverdorbene Lachshow vom Lande ist zurück. Und zwar noch dramatischer und leidenschaftlicher als je zuvor.

Große Umwälzungen bahnen sich nämlich an in Saffelen, dem lieb gewonnenen Mikrokosmos im Herzen des Selfkants: Völlig unerwartet und „in der Blüte ihrer Jahre” stirbt „Omma Hastenrath” mit 96 Lenzen, Löschmeister Josef Jackels bereitet sich akribisch auf seine Bildungsreise nach Rom vor, Richard Borowka wird Vater, und Fredi Jaspers, der tragische Held des Abends, ist auf der Suche nach einer neuen großen Liebe.

„Omma Hastenrath antwortet nicht” heißt das taufrische „Premium-Programm” des Rurtal Trios, alias Christian „Mahoni” Macharski und Marc „Brüh” Breuer. Premiere feierten die beiden Comedians am Freitag in der ausverkauften Aula des Hückelhovener Gymnasiums.

Die Provinz sei eine von Kabarettisten bisher völlig zu Unrecht vernachlässigte Größe. Denn dort finde schließlich das pralle Leben statt, wissen Brüh und Mahoni nicht von ungefähr.

„Wir zwei kommen vom Dorf”, so die erste Offenbarung des Abends. Treffsicher, urkomisch, manchmal auch gemein, aber niemals respektlos hauchen sie ihren ländlichen Charakteren den Lebensfunken ein.

Zumeist sind es gediegene Dorfproleten mit Herz (und Hirn). Sozusagen als „exemplarisches Musterdorf fungiert Saffelen, das mit solch atemberaubenden Attraktionen wie der Dorfkirche, der Dorfkneipe und dem Dorf-Zigarettenautomaten aufwarten kann.

Dort, in dieser autarken Lebenswelt, fühlen sie sich allesamt wohl: der dauer-überforderte Löschmeister, Landwirt Hastenraths Willi wie auch die beiden hoch motivierten Schwarzarbeiter Fredi Jaspers und Richard Borowka.

Doch selbst die idyllische Siedlung am Saffelbach bleibt von harten Schicksalsschlägen nicht verschont: Als Wills über alles geliebte Großmutter das Zeitliche segnet, ist er entsetzt. Aus gutem Grund: Die alte Dame vermacht ihr ansehnliches Vermögen der Stiftung „Katzen lernen sprechen”.

Auf den Enkelsohn entfallen lediglich 80 Gläser eingemachte Bohnen, eine Autogrammkarte von Klaus-Jürgen Wussow und der große Wohnzimmerschrank mit den abgelaufenen Medikamenten.

Fredi Jaspers setzt derweil alles daran, einen Ersatz für seine Verlobte Martina zu finden. Die nämlich ist nun endgültig mit ihrem Tennislehrer durchgebrannt. „Aber dat muss man irgendwie akzeptieren”, so Fredi gefasst.

Seine Strategie: Ein charmantes Inserat schalten, Wahrsager Magic-Manfred wegen „einer Zukunftsvoraussage im Bereich Frauen” konsultieren und das Seminar „Flirtprofi in zwölf Doppelstunden” besuchen. Schließlich findet er seine Traumfrau: Andrea aus dem Publikum.

Der launige Abend wurde zu einem amüsanten Wiedersehen mit alten Bekannten. Lacher reihte sich an Lacher, Episode an Episode.

Die Zuschauer möchten sie augenscheinlich nicht missen, ihre lokalkolorierte Dorfcomedy. Und so bekamen sie auch genau das, wonach es sie verlangte. Nicht mehr und auch nicht weniger.

Fazit: Eine gelungene Premierenvorstellung.