Nach der Flut kommt die Freundschaft

Nach der Flut kommt die Freundschaft

Kreis Heinsberg/Lutherstadt Wittenberg. Als die Not durch das Elbe-Hochwasser groß war, hat der AWO-Kreisverband spontan Hilfe geleistet.

Freundschaftliche Kontakte sind entstanden und weitere Unterstützung wurde auf den Weg gebracht.

Eine AWO-Delegation aus dem Kreis Heinsberg, angeführt von den stellvertretenden Kreisvorsitzenden Bernd Reibel und Helmut Bley sowie Geschäftsführer Dieter Meurer und Kinder- und Jugendhilfe-Fachleiterin Ulla Sevenich-Mattar, freute sich jetzt über einen Empfang in der Lutherstadt Wittenberg.

Möbel angeliefert

Dort wurden sie von AWO-Geschäftsführerin Brigitte Gänsicke sowie vom Kreisvorsitzenden Erhard Hellwig-Kühn und weiteren Repräsentanten der AWO Wittenberg begrüßt.

Anlass des Besuches war die Anlieferung und Übergabe von Möbeln sowie einer Kinder-Küche für die Kindertagesstätte „An der Elbe” und ein Dankeschön der Wittenberger AWO für die aus dem AWO-Kreisverband Heinsberg geleistete Hilfe nach dem Elbe-Hochwasser im August 2003.

Insgesamt wurden 5000 Euro gespendet. Mit diesem Geld wurde eine unbürokratische Soforthilfe möglich. Jetzt lernten sich die AWO-Kreisverbände zum ersten Mal persönlich kennen und nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.

Geschäftsführer Dieter Meurer war erstaunt über die dynamische Aufwärtsentwicklung der 1990 gegründeten Wittenberger AWO mit inzwischen 230 hauptamtlichen Mitarbeitern sowie rund 1300 Mitgliedern und 50 Einrichtungen.

Dazu gehören auch alten- und behindertengerechte Wohnungen, Sozialstationen, ein Frauen- und Mädchenschutzhaus, Beratungsstellen, 16 Kindertagesstätten und Jugendklubs. Während es für die AWO seit der Wiedervereinigung kontinuierlich aufwärts ging, trifft das nicht für die allgemeine Entwicklung der Lutherstadt zu.

Viele kleinere Betriebe machen dicht. Und Geschäftsführerin Brigitte Gänsicke berichtete von einer Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent mit einem hohem Anteil von Jugendlichen.

Einig waren sich die AWO-Mitglieder aus Ost und West, dass die sozialen Dienstleistungen gerade in Zeiten schwieriger Wirtschaftslage und knapper Kassen unverzichtbar sind. Mit dieser Entwicklung einhergehend, wächst der Stellenwert dieser Einrichtungen.

Dass aus der bundesweiten AWO-Spendenaktion für die Flutopfer eine Freundschaft entstanden ist, die schon in Kürze weiter gepflegt werden soll, erfreute die Verbände.

So wollen die Fachbereichsleiterinnen für Kinder- und Jugendhilfe Ulla Sevenich-Mattar (Heinsberg) und Eike Ibrom (Wittenberg) eine Partnerschaft zwischen den Kindertagesstätten aus Übach-Palenberg, Boscheln und Wittenberg „An der Elbe” aufbauen. Erste Kontakte wurden bereits zur Weihnachtszeit geknüpft, wie die Boschelner Leiterin Ilse Kempis berichtete.

Für den AWO-Kreisvorstand luden Helmut Bley und Bernd Reibel Ehren- und Hauptamtler der AWO-Wittenberg zu einem Besuch in den Kreis Heinsberg ein und bedankten sich für die herzliche Gastfreundschaft.