Hückelhoven: Nach 75 Jahren entsteht ein Abenteuerland

Hückelhoven : Nach 75 Jahren entsteht ein Abenteuerland

Was brauchen Kinder in der heutigen Zeit? Diese Überlegung war für die St. Lambertus-Pfarrgemeinde von ganz zentraler Bedeutung bei der Neugestaltung des Kindergarten-Außengeländes.

Das Ergebnis der eineinhalb Jahre andauernden Bauzeit kann sich wirklich sehen lassen: Ein großer, von Holzbalken und Felsbrocken gesäumter Sandkasten mit roter Rutsche gehört zu den kindgerechten Attraktionen.

In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich eine Wasserpumpe, die an ein hölzernes Rinnensystem sowie an „Matschtische” angeschlossen ist.

Der begrünte Hügel inklusive Unterführung ein paar Schritte weiter sieht aus, als entstamme er dem „Teletubby-Land”. Gepflasterte Pfade für kleine Kraftfahrer verbinden die verschiedenen Stationen, ein mächtiger Trompetenbaum spendet sportlich erhitzten Gemütern großzügig viel Schatten.

In Verbindung mit dem 75. Geburtstag des St. Lambertus-Kindergartens stellte das Team um Leiterin Christel Lenz das neue „Abenteuerland” am Sonntag der Öffentlichkeit vor.

Gleich drei Konfessionen wurden bei der Einweihung des abwechslungsreichen Areals berücksichtigt: Ihre Segenssprüche gaben nämlich die evangelische Pastorin Anne Mischnick, die Gottesdienstleiterin der Pfarrgemeinde, Barbara Knubben, und Adnan Özden, Hodscha der Hückelhovener Moschee-Gemeinde, mit auf den Weg. Zum Beispiel wünschten sie den Jungen und Mädchen viel Spaß beim Spielen, stets freundliche Betreuerinnen sowie eine Menge Abenteuer.

Mehrere Bewohner von Haus Schnorrenberg ernteten für ihre Darbietung des Kinderliedes „Anne Kaffeekanne” viel Applaus. Logisch, dass sie der Leiterin selbige auch zum Geschenk machten.

„Das Wohnumfeld von Kindern hat sich sehr verändert”, erklärte Christel Lenz zum kreativen Konzept des Außengeländes. „Für uns heißt das, mehr Freiräume für sie zu schaffen.”

Im Vordergrund stünden dabei Natur-Erfahrungen und die Möglichkeit, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Darüber hinaus seien bewusst Nischen geschaffen worden, die als Rückzugsräume dienen sollen, so Lenz.

In ihrer Begrüßungsrede hob sie die Verdienste von Helfern hervor: „Besonders bedanken möchte ich mich bei den Eltern, die durch viele Eigenleistungen dazu beigetragen haben, Kosten zu sparen.” Lob gebührte auch dem Landschaftsarchitekten Harald Blank angesichts seiner „Planung und geduldigen Beratung”.

Nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb des Kindergartens hat sich einiges getan: So gibt es jetzt einen Traum- und einen Kreativraum.

Diese allerdings konnten nicht in Augenschein genommen werden, da sie in Anbetracht der Feierlichkeiten kurzerhand als Materialräume herhalten mussten.

Zu den Ehrengästen des Tages zählten ehemalige Kindergartenkinder aus den Gründungsjahren - sie nahmen den so genannten Stammtisch in Besitz und nutzen wahrscheinlich die günstige Gelegenheit zu einer Reise in die eigene Vergangenheit.

Als äußerst hilfreich erwies sich dabei die historische Fotoausstellung in den Räumen des Gebäudes. Weitere Programmpunkte zogen ungezählte Besucher an: etwa das Kindermusical „Ritter Rost und das Gespenst” im Jugendheim, das Steckenpferdwettrennen oder die große Tombola.