Heinsberg-Randerath: Mystischer Kammermusikabend mit Flötistin und Pianistin

Heinsberg-Randerath : Mystischer Kammermusikabend mit Flötistin und Pianistin

Im Rahmen der von der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg-Randerath unter der Leitung von Florian Koltun organisierten Konzertreihe fand nun ein leicht mystisch angehauchter Kammermusikabend statt.

Zum Motto „Sagengestalten in der Flötenmusik“ bot die Kirche an der Asterstraße von Größe und Ambiente her einen sehr passenden Rahmen für die von der Aachener Flötistin Ricarda Schumann ausgewählten Musik und Literatur.

Das auf den ersten Blick etwas sehr speziell anmutende Thema wurde von Ricarda Schumann gekonnt charmant und kurzweilig umgesetzt und erläutert. Hierzu bediente sie sich vornehmlich einzelner Passagen aus „Die Teufelsbraut zu Aachen“ der von ihren „Eifelkrimis“ her bekannten Autorin Martina Kempff, mit der die Musikerin des Öfteren zusammenarbeitet.

In Randerath wurden die Texte nur rezitiert, um zu erläutern, worum es ging, nämlich um den griechischen Hirtengott Pan — unten Ziegenbock, oben Mensch (wenn auch mit Hörnern) — beziehungsweise dessen römisches Pendant Faunus. Und natürlich um Liebe. In diesem Falle zunächst um Pans Liebe zu allen (!) weiblichen Gottheiten niederen Ranges, den Nymphen, im Allgemeinen. Eine dieser Nymphen war „Syrinx“, die sich dem ihr nachstellenden Pan entzog, indem sie sich in einen Teich flüchtete und in ein Schilfrohr verwandelte. Aus eben diesem Rohr fertigte Pan anschließend die bekannte „Panflöte“.

Ricarda Schumann bevorzugte statt der Panflöte allerdings die Traversflöte (Querflöte). Begleitet wurde sie am Klavier von der gebürtigen Chinesin Jia Li Yang, die es schon mit zehn Jahren nach Kanada trieb und deren musikalischer Werdegang und rege Konzerttätigkeit sie anschließend durch die ganze Welt führte. Derzeit studiert sie an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und Aachen.

Das Konzert wurde mit zwei Stücken von Claude Debussy eröffnet, darunter „Prélude à l ´après — midi d´un faune“ als das wohl bekannteste des ganzen Abends. Dem schloss sich eine der drei Eigenkompositionen von Ricarda Schumann an, das Flötensolo „Syrinx klagt wieder“, bevor der erste Programmteil mit den „Ungarischen Hirtenliedern“ von Mihály Hajdu beendet wurde.

Den anschließenden zweiten Teil eröffnete „La flûte de Pan“ von Paul Wachs, ein melodiöses Duett des 1915 verstorbenen Organisten, gefolgt von „Camena“ und „Bacchus“, zwei weiteren Eigenkompositionen Ricarda Schumanns und dem Werk „Undine“ von Carl Reinecke.

In den gewählten Texten wurde Pan als ein Wesen beschrieben, „dessen helles und verspieltes Flötenspiel im Gegensatz zu seinen groben, affenähnlichen Zügen und seinen großen, traurigen Augen unweigerlich zu Tränen rührt“.

Ebenso wie schon die Figur des Hirtengottes selbst, zeigte auch die getroffene Musikauswahl und deren Darbietung unterschiedlichste Farben, Bilder und Emotionen trotz gleichbleibender Instrumentierung. Manch Zuhörer saß mit geschlossenen Augen im Kirchenraum und ließ sich von den Klängen und den Geschichten in seine eigene Welt entführen.

Das nächste Kirchenkonzert in dieser Reihe wird am Sonntag, 8. Mai, um 17 Uhr in Randerath die Cellistin Lisa Mersmann mit Solowerken von Johann Sebastian Bach bestreiten.