Heinsberg-Unterbruch: Musikverein Unterbruch hofft auf Nachwuchs

Heinsberg-Unterbruch : Musikverein Unterbruch hofft auf Nachwuchs

Dank eiserner Prinzipien verschafft sich der Musikverein Unterbruch Dauerhaftigkeit und Respekt.

Der Präsentkorb, der dem Dirigenten Toni Hilgers am Ende des Konzerts in der Unterbrucher Kirche überreicht wurde, war ein Ausdruck der Anerkennung für seine mühsame, auch immer wieder von Rückschlägen gekennzeichnete Arbeit im vergangenen Jahrzehnt. Doch ohne Hilgers Engagement würde es in Unterbruch vielleicht schon keinen Musikverein mehr geben.

Unterstützt wird der Dirigent von einem beherzten Vorstand, der alles daran setzt, dass der Unterbrucher Musikverein in der Kreisstadt seinen Namen behält. Dabei macht dem Verein weniger der fehlende Nachwuchs als viel mehr die Beständigkeit zu schaffen.

Oft werfen die Neuzugänge im Verlauf der Ausbildung oder danach das Handtuch. Schule, Ausbildung, Studium oder Beruf lassen sich für viele nicht mit einer Mitgliedschaft im Verein vereinbaren.

Und dann kommt das Aus, noch bevor aus den hoffnungsvollen Jugendlichen Zukunftsgaranten geworden sind - ein Trend, der vor allem kleineren Ortschaften stärker zu schaffen macht, weil es dort oft an familiärem Nachwuchs mangelt.

Da die Musikvereine jede Chance nutzen müssen, um das benötigte Kapital für Ausbildung und Instrumente zu verdienen, ist ihre Möglichkeit eingeschränkt, eigens ein Konzertprogramm für einen einzigen Auftritt einzustudieren.

Hilgers lässt dabei keine Halbheiten zu. Jedes Stück muss so lange geübt werden, bis es aufführungsreif ist, und koste es noch so viel Proben oder ein zusätzliches Probenwochenende.

Am Ende waren aber dann nicht nur er, sondern auch seine 35 Musikanten mit dem Ergebnis beim Konzert in der Kirche zufrieden. Wirkungsvoll stellte der Verein seine Jugendarbeit heraus.

Immerhin ruhen neue Hoffnungen auf den zwölf Jugendlichen. Bei den Mädchen ist der Verein offenbar beliebter als bei Jungen. Das Programm der „Großen” nahm Rücksicht auf den kirchlichen Raum und Bezug auf die Vorweihnachtszeit.

Der Waldenrather Arrangeur Rolf Deckers bearbeitete „Last Christmas” von George Michael. Auch das „Ave Maria-Glöcklein” oder das „Spiritual Bye-Bye” griffen diesen religiösen Gedanken auf.

Pure Blasmusik, die vom Verein höchsten Einsatz verlangte, waren die Kompositionen von Johan Nijs („Mood Romantic”) und Jacob de Haan („Dakota”). Die Freunde der Beatles freuten sich derweil über John Lennons „Imagine”.

Der vor 20 Jahren gegründete Verein verband dieses Konzert mit einem Aufruf: Kinder ab sieben Jahre sind eingeladen, im Musikverein mitzumachen. Die Ausbildung erfolgt im Verein.