Hückelhoven: Musiker begrüßen spielend das neue Jahr

Hückelhoven : Musiker begrüßen spielend das neue Jahr

Die „Junge Philharmonie Weißrussland” begeisterte das Publikum beim Neujahrskonzert in der Aula des Gymnasiums.

Die zahlreichen Besucher erlebten ein buntes Programm mit vielen bekannten Melodien, unter anderem von Komponisten wie Strauß, Bizet und Tschaikowsky, die von den jungen Musikern mit viel Schwung, Energie und beachtlichem Können vorgetragen wurden.

Die Freude am Spiel war ihnen dabei nicht nur anzusehen, sondern fand sich auch in der mitreißenden Interpretation der Stücke wieder.

Bei allem Elan mangelte es ihrem Zusammenspiel aber keineswegs an Harmonie, wofür Professor Michail Kosinez als Dirigent die Verantwortung trug. Er ist außerdem Leiter der Musikhochschule Minsk, deren Sinfonieorchester die „Junge Philharmonie” ist.

Walzerklänge waren eines der Elemente, die das Konzert prägten. Das war auch nicht verwunderlich, da doch mehrere Stücke von Johann Strauß auf dem Programm standen.

Natürlich durften unter ihnen der wohl bekannteste Walzer überhaupt, „An der schönen blauen Donau” sowie die Ouvertüre zur Operette „Die Fledermaus” nicht fehlen.

Die „Junge Philharmonie” erinnerte aber auch daran, dass es neben Strauß noch andere Komponisten zauberhafter Walzer gab, wie zum Beispiel Pjotr Iljitsch Tschaikowsky mit seinem „Blumenwalze” aus „Der Nussknacker”.

Die Walzer waren aber nur ein Teil des abwechslungsreichen Programms. Dagegen standen wenigstens genau so viele temporeiche Stücke voll von überschäumender Energie, allen voran die Ouvertüre zu Bizets „Carmen” oder Tschaikowskys „Spanischer Tanz”, die beide dem Publikum mit ihrem Temperament den Atem verschlugen.

Die „Polowezer Tänze” aus der Oper „Fürst Igor” von Alexander Borodin gaben dem Orchester die Gelegenheit, ruhige und energiegeladene Passagen einander unmittelbar gegenüberzustellen und in beidem sein Talent zu beweisen.

In eine ganz andere Richtung als die meisten vorgetragenen Werke ging die Konzert-Ouvertüre „Die Hebriden” von Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Hier machten die Musiker eindrucksvoll die erhaben-schwermütige Atmosphäre dieser Inseln hörbar, die den Komponisten bei einem Schottlandbesuch inspiriert hatte.

Beeindruckend war neben dem Orchester die Solistin des Konzerts: Mezzosopran Oksana Bondareva, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme die gefühlvolle Arie der Dalila aus Saint-Saens „Samson und Dalila” ebenso überzeugend sang wie die fröhlich-lebhafte Arie der Eboli aus Verdis „Don Carlos”.

Besonders deutlich blieb sie aber mit der bekannten „Habanera” aus Bizets „Carmen” im Gedächtnis. Bondareva, die an der Musikakademie in Minsk studiert hat und Preisträgerin des Internationalen Hochschulwettbewerbs 2001 sowie des Belarussischen Gesangwettbewerbs 2002 war, ist zur Zeit Solistin am Nationalen Opernhaus Minsk.

An die wieder sehr temporeiche „Tritsch-Tratsch-Polka” von Strauß (Sohn) schloss sich als letzter Programmpunkt Orchester der „Radetzky-Marsch” seines Vaters.

Mit diesem Stück erreichte die Stimmung in der Aula den Höhepunkt. Als es beendet war, brach das Publikum in begeisterten Applaus aus, der von Fußgetrampel und Beifallsrufen begleitet wurde. Die meisten Zuhörer hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen.

Erst nach zwei Zugaben, wobei als letzte mit einem Augenzwinkern die „Tick- Tack-Polka” gespielt wurde, erlaubten sie es den Musikern, die Bühne zu verlassen.

Die 18 bis 25 Jahre alten Künstler hatten eine anstrengende Woche hinter sich, in der sie mit dem Bus durch ganz Deutschland gereist und mit dem Konzert am Sonntag insgesamt sieben Auftritte gehabt hatten.

Dabei handelte es sich auch um das siebte Mal, dass die „Junge Philharmonie Weißrussland” Deutschland mit einer solchen Reise besuchte. Daneben spielte das Orchester schon auf zahlreichen Veranstaltungen in vielen verschiedenen europäischen Ländern.