Hückelhoven: Musik für Gefühlslagen der Jahreszeiten

Hückelhoven : Musik für Gefühlslagen der Jahreszeiten

Zum siebten Mal verwandelte sich das Foyer der Aula in einen gemütlichen Treffpunkt, der zum Genießen und Hören einlud.

„Hora del Tango” hatten die Veranstalter von con brio diesen Abend genannt und damit 220 Gäste angelockt, die sich nicht nur auf Tapas und Rotwein freuten, sondern gespannt waren auf die Musik des argentinischen Tangokomponisten Astor Piazzolla.

Die Musiker, die seine Werke zum Klingen brachten, brauchten nicht aus Südamerika eingeflogen zu werden, sie kamen aus Mönchengladbach, arbeiten an der dortigen Musikschule und spielen als „Orchesta tipica” seit drei Jahren feurig-sehnsuchtsvolle Tangos.

Dass es sich dabei nicht um Tanzmusik im eigentlichen Sinne handelt, machte Moderator und Pianist Frank Füser immer wieder deutlich. Er gab Hinweise auf Zusammenhänge mit Jazz und Barock und öffnete die Ohren für die Feinheiten der Kompositionen Piazzollas.

Unter den kundigen Händen von Lena Grosman (Akkordeon), Susanne Ostermann (Cello und Percussion), Norbert Hansen (Gitarre) , Konstantin Wienstroem (Bass), Christian Malescov (Violine) und Frank Füser (Klavier) entstand das typische Klanggeflecht aus immer präsenten Rhythmen und klagenden gefühlvollen Melodien, die sich oft unvermittelt entwickeln und ebenso plötzlich wieder verschwinden.

Zarte einstimmige Themen des Akkordeons oder der Violine führten in die Welt von Liebessehnsucht, Erotik und Abschiedsschmerz oder gaben Gefühlslagen in verschiedenen Jahreszeiten Ausdruck.

Seltener durften Violoncello und Gitarre solistisch klagen oder virtuos hüpfen; nach der Pause ließen die tiefen, einsamen Töne des Kontrabasses die Gespräche an den Tischen langsam verstummen - es dauerte wirklich eine ganze Weile, bis schließlich alle merkten, dass sich auf der Bühne wieder etwas tat.

Doch das Zuhören lohnte sich im zweiten Teil noch mehr als im ersten: Man bekam eine Fugata zu hören mit einem rasant schnellen Thema, eine Soledad mit einem wirkungsvollen spanischen Text, ein Quintetto (als Sextetto aufgeführt, damit die Cellistin auch was zu tun hatte!) mit vielen musikalischen Einfällen: kunstvoll unterhaltsame Musik zum Abschluss des dreißigsten Stadtmusifestes.