Heinsberg: Museum wird zu einem Schmuckkästchen

Heinsberg : Museum wird zu einem Schmuckkästchen

Es wird ganz sicher ein Schmuckkästchen werden, das neue Museum in der Heinsberger „Altstadt”. Bislang hatte das Kreismuseum seinen Sitz ausschließlich im Torbogenhaus aus dem 16. Jahrhundert, das ursprünglich als Rentmeisterei des Jülicher Amtes Heinsberg und ab 1798 als Rathaus der Stadt Heinsberg diente.

Nun kommt zum neuen Museum noch das benachbarte Haus Lennartz hinzu. Insgesamt 730 Quadratmeter Museumsfläche werden dann zur Verfügung stehen, 260 mehr als das „alte” Kreismuseum hatte. Die Fassade im Couven-Stil, die beide Häuser vereint, wird selbstverständlich erhalten.

Die neu hinzukommenden Räume im Haus Lennartz müssen aber für ihre zukünftige Aufgabe modernisiert werden. Manches, wie der barocke Dachstuhl, kann restauriert werden. Anderes, wie die Decke im Erdgeschoss, musste komplett erneuert werden. Bei den Bauarbeiten wurde nicht nur ein alter Gewölbekeller inklusive eingemachter Stachelbeeren wieder entdeckt, auch eine ehemalige Verbindungstür zwischen Torbogen- und Lennartz-Haus wurde gefunden und soll wieder geöffnet werden. In der ersten Etage des Lennartz-Hauses entsteht ein großzügig bemessener Ausstellungsraum, denn auch zukünftig werden Wechselausstellungen im Bereich der Kunst oder zu historischen und volkskundlichen Themen zum Museumsprogramm gehören.

Haustechnik, Heizung, teilweise Wärmedämmung und neue Bodenbeläge: All dies soll in 2011 abgearbeitet werden, für Anfang 2012 ist die Ausstattung des Museums ins Visier genommen. Mit der Wiedereröffnung wird im Frühjahr oder Sommer 2012 gerechnet. Der Museumsbestand im Torbogenhaus ist in den letzten Wochen erst einmal ausgelagert worden. Seit ein paar Tagen sind die Räume leer. Denn auch das Torbogenhaus wird - die Substanz schonend - saniert. Wer die Pläne für das neue Museum sieht, darf sich schon heute auf die Eröffnung freuen.

Ein direkter Zugang zum Burgberg von einem der beiden Innenhöfe des Museums bindet das Ensemble in das historische Umfeld ein. Ein privater Gastronom wird auf zusätzlicher Fläche im Haus Lennartz Café und Bistro mit Wintergarten einrichten. Zurzeit wird von den „Museumsmachern” der Bewilligungsbescheid des Landschaftsverbandes Rheinland zur Erstellung einer Museumskonzeption sehnlich erwartet. Mit Beginn des nächsten Jahres gehen das Museum und seine Bestände in die Trägerschaft eines Vereins über, in dem sich Kreis Heinsberg und Stadt Heinsberg zusammengetan haben, um das Museumsprojekt gemeinsam zu schultern.

Dann wird auch ein neuer Name für das Museum zu finden sein. Vieles spricht für „Begas-Museum”, wird die Kunstsammlung, die dem gebürtigen Heinsberger und preußischen Hofmaler Carl Joseph Begas gewidmet ist, der zugleich der Stammvater einer bedeutenden Künstlerfamilie des 19. Jahrhunderts in Berlin war, doch einen zentralen Raum im Museumsgeschehen einnehmen. Auch wenn die Begas-Sammlung im Mittelpunkt stehen wird: Einiges mehr wird geschehen müssen, um Publikum ins Museum zu holen. Das Museum dürfte sich mit dem Umbau verjüngen, kein Kreis-, kein Heimatmuseum mehr sein, eher ein „Begas-Museum” mit vielen Facetten.

Auf jeden Fall werden nicht alle Kisten, die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei in den Keller des Niederländisch-Deutschen Zentrums für Weiterbildung geschafft haben, 20 Lkw-Fuhren in einer Woche, wieder im neuen Museum ausgepackt werden. Einige Exponate wurden bereits an andere Ausstellungsorte abgetreten, so zum Beispiel das Glanzstoff-Zimmer an den Industriepark Oberbruch.