Hürtgenwald: MSC Kleinhau hat für das Rennen noch alle Hände voll zu tun

Hürtgenwald : MSC Kleinhau hat für das Rennen noch alle Hände voll zu tun

Es staubt gewaltig auf der Rennstrecke des MSC Kleinhau. Die Sonne brennt vom Himmel über dem Raffelsberg. Die rund 20 Mitglieder des Motorsportclubs, die an diesem Tag auf das Gelände zwischen Kleinhau und Brandenberg gekommen sind, schwitzen gewaltig und schlucken so manches Staubkorn.

Sie haben wenige Tage vor der 102. Rennveranstaltung des Vereins vom 26. bis 28. Mai noch alle Hände voll zu tun. „Bis auf einige Wochen in den Wintermonaten stehen eigentlich immer Arbeiten auf unserem Gelände an“, sagt der Vorsitzende Adrian Braun.

Adrian Braun, Jan Prümmer, Alexander Schoeller und Christoph Hilden (oben von links) haben Arbeitspläne und Strecke immer im Blick. Marcel Poll (links) kennt die Technik wie aus dem Effeff. Benedikt Ludwigs (rechts) und ein Freund bringen die Auffangzäune, auch Kartoffelsäcke genannt, an. Foto: Franz Sistemich

Da wird schon mal das Dach des Vereinsheimes oder auch der Bereich des Vorstarts erneuert. Doch in den vier Wochen vor den beiden großen Rennveranstaltungen im Mai und September herrscht arbeitstechnisch Hochbetrieb auf dem von der Gemeinde Hürtgenwald für 55 Jahre gepachteten Gelände: Die 1500 Meter lange Motocrossbahn muss in einen renntauglichen Zustand gebracht, Pfähle müssen entlang der Strecke in den harten Boden geschlagen, Fangzäune an diesen Pfählen befestigt und das Gras gemäht werden.

Adrian Braun, Jan Prümmer, Alexander Schoeller und Christoph Hilden (oben von links) haben Arbeitspläne und Strecke immer im Blick. Marcel Poll (links) kennt die Technik wie aus dem Effeff. Benedikt Ludwigs (rechts) und ein Freund bringen die Auffangzäune, auch Kartoffelsäcke genannt, an. Foto: Franz Sistemich

Der Zeitplan nicht nur bei den Rennen ist eng getaktet. Bei Christoph Hilden, dem Geschäftsführer, laufen alle Fäden zusammen. Er behält den Überblick, auch weil er weiß: „Viele Mitglieder sind schon seit vielen Jahren dabei, haben ihre Aufgabenbereiche und wissen, was zu tun ist.“

Und dennoch kommen zu jedem Rennen andere Aspekte hinzu, die beachtet werden müssen. Im vergangenen Jahr stellten die MSCler dank der Luftaufnahmen einer Drohne fest, dass Verbesserungen bei der Bewässerung der Strecke nötig sind. Damit es nicht zu sehr staubt, wird die 1,5 Kilometer lange Strecke an zahlreichen Stellen aus einer vier Kilometer langen Leitung bewässert. Die Aufnahmen von oben zeigten aber, dass dies nicht überall optimal verlief.

Alexander Schoeller, der zweite Vorsitzende, und Jan Prümmer, zuständig für Rennbüro und Arbeitseinteilung, weisen auf einen Sicherheitsaspekt hin: 500 Meter Absperrgitter bauen die Ehrenamtler des MSC in diesem Jahr auf, nachdem bei einem Rennen eines anderen Klubs ein Zuschauer ohne Schuld des Rennfahrers tödlich verletzt wurde. „Sie glauben nicht, in welche Gefahr sich Besucher begeben, weil sie Bereiche betreten, in denen sie nichts zu suchen haben. Mit den Absperrgittern versuchen wir, sie da rauszuhalten.“

Die Hauptlast der Arbeit liegt auf den Schultern der Fahrer. Die Aktiven, die die Farben des Clubs bei den nationalen und internationalen Rennen repräsentieren, leisten in den Wochen vor dem Kleinhauer Rennwochenende gut 500 Arbeitsstunden, die rund 220 Mitglieder des Vereins am Veranstaltungs-Wochenende selbst fast 2400 ehrenamtliche Stunden.

„Insgesamt haben unsere Mitglieder bei den bisherigen 101 Veranstaltungen weit über 260.000 Stunden gearbeitet“, hat Adrian Braun ausgerechnet, wobei er Jan Prümmer zustimmt: „Viele Stunden, in denen man auch von zu Hause tätig ist, kommen noch hinzu. Die kann man überhaupt nicht beziffern.“

Wie auch die Stunden, die Marcel Poll leistet. Der Kreuzauer, der seit Jahren in der Schweiz arbeitet, kennt die Technik an der Strecke wie seine eigene Westentasche. 14 Tage vor dem Rennen nimmt er sich immer Urlaub, um in Kleinhau noch einmal alles zu überprüfen, damit während der Renntage selbst keine Panne passiert.

Bis zum ersten Startschuss am Freitag passiert noch viel auf der Rennstrecke mit ihren 55 Metern Höhenunterschied. Auch rund um das Gelände: Schließlich kommen bis zu 10.000 Besucher an den drei Renntagen zum Raffelsberg, die parken oder mit dem Shuttlebus zum Gelände kommen wollen.

„Zum Schluss kann es etwas hektisch werden“, sagt Hilden und lächelt. Und auch an den Renntagen selbst ist er vor Überraschungen nicht gefeit. Aber: Dann muss halt improvisiert werden. Schließlich handelt es sich um eine Live-Veranstaltung. Doch Hilden ist schon zu lange im Geschäft, um sich nervös zu machen: „Eine Lösung gibt es immer.“