Kreis Heinsberg: Motto lautet: „Brücken statt Barrieren bauen“

Kreis Heinsberg : Motto lautet: „Brücken statt Barrieren bauen“

Einen Aktionstag unter dem Motto „Brücken statt Barrieren bauen“ veranstaltet das Bündnis gegen Rechtsextremismus für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg am Samstag, 17. März, von 14 bis 18 Uhr in den Räumlichkeiten des Berufskollegs Ernährung — Sozialwesen — Technik in Geilenkirchen.

Der Aktionstag ist eingebunden in die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die vom 12. bis 25. März unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde — Zusammen gegen Rassismus“ stattfinden wird.

Ziel des Aktionstages ist es, sich klar gegen jede Art von Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu positionieren. Der Sprecherkreis des Bündnisses gegen Rechts stellte gemeinsam mit dem Leiter des Berufskollegs, Rolf-Dieter Crott, das Programm des Aktionstages vor. Nach dem ersten Aktionstag, der auf Anregung der Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen ins Leben gerufen worden war und 2017 im Heinsberger Kreishaus stattgefunden hatte, soll nun mit dem zweiten Aktionstag das Engagement des Bündnisses gegen Rechts noch erkennbarer in der Gesellschaft dargestellt werden.

Ein Programm mit Vorträgen und Musik wurde vorbereitet. Eingeladen sind alle Interessenten jeden Alters, die sich mit dem Themenbereich auseinandersetzen möchten. Bündnis-Sprecherin Maria Sprenger verwies darauf, dass permanente Aufklärungsarbeit und Prävention neben konkreten Gegendemonstrationen wie etwa im Februar 2016 in Erkelenz ein Arbeitsschwerpunkt des Bündnisses seien. Der Aktionstag solle, so Sprecherin Ulla Sevenich-Mattar, die Kultur des Zusammenlebens fördern. Eingeladen wurden zehn Gruppen, die sich gegen Fremdenhass und Rassismus aktiv einsetzen.

Diese Gruppen werden mit Informationsständen im Berufskolleg als Ansprechpartner zur Verfügung stehen: Katholisches Forum, Katholische Jugendarbeit, Flüchtlingsrat im Kreis Heinsberg, Pax Christi Hückelhoven, Willkommen in Erkelenz, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes — Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen Aachen, Kommunales Integrationszentrum Kreis Heinsberg, Engel der Kulturen — Berufskolleg Wirtschaft Geilenkirchen, AWO-Kreisverband Heinsberg und Route gegen das Vergessen — Heimatverein Erkelenz.

Bekannter Opferanwalt

Der Aktionstag „Brücken statt Barrieren bauen“ wird mit einem musikalischen Beitrag der Schülerband des Berufskollegs „Farewell to Fiction“ eröffnet. Maria Sprenger wird im Namen des Bündnisses gegen Rechts die Begrüßungsansprache halten. Grußworte werden Geilenkirchens Bürgermeister Georg Schmitz und der Hausherr Rolf-Dieter Crott sprechen. In Kooperation mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg wird anschließend ein Vortrag von Dr. Mehmet Daimagüler zum Thema Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und NSU-Verfahren angeboten.

Daimagüler ist Rechtsanwalt, Buchautor und einer der bekanntesten Opferanwälte in Deutschland. So vertrat er jüdische Mandanten aus Ungarn im Strafverfahren gegen den sogenannten „Buchhalter von Auschwitz“ und im NSU-Verfahren die Angehörigen von Mordopfern. Nach diesem Vortrag steht der Auftritt der Band East-West auf dem Programm. Die Hagener Musikerin Maren Lueg initierte dieses Bandprogramm, das Gemeinsamkeiten zwischen orientalischer und westlicher Musik nicht nur hörbar macht, sondern auch erklärt. Weitere Vorträge sind geplant mit Patrick Fels und Pierre Klapp.

Fels ist Mitarbeiter der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum in Köln und wird sich mit dem Thema Rechte Szene im Kreis Heinsberg befassen. Klapp wird über das Thema „Hate Speech“ in sozialen Netzwerken informieren. Zum musikalischen Ausklang treten die Schülerband „Farewell to Fiction“, der Rapper T-Jeigt, YH Jorden mit „Being Equal“ und die Tanzgruppe „Joy´n in“ auf.

(defi)