Erkelenz: „Monstren” werfen Schatten auf Tenholt

Erkelenz : „Monstren” werfen Schatten auf Tenholt

Offensichtlich war die Stadtverwaltung überrascht vom Ansturm der Tenholter Bürger, die am Dienstag zur Anhörung wegen des geplanten Agrarzentrums an der Tenholter Straße ins Planungsamt in der Stadtpassage gekommen waren.

Die vielen Interessenten passten nicht alle in den Beratungsraum, etliche mussten auf dem Flur stehend den Vorträgen der Planer und den Diskussionsbeiträgen der durchweg skeptischen Bürgern lauschen.

Das Planungsbüro Meyer-Brandis und die Stadt Erkelenz machten deutlich, dass an dieser Stelle zwischen Tenholter Straße, Kreisstraße 23 und Bundesbahnstrecke durchaus eine gewerbliche Nutzung zulässig sei. Sie widersprachen damit der Auffassung, wegen des Charakters als Landschaftsschutzgebiet sei dies nicht möglich.

Landschaftsschutz durch eine Ausgleichsfläche

Durch den Flächennutzungsplan habe die Stadt hier Gewerbeansiedlung ermöglicht. Der Landschaftsschutz werde dadurch gewahrt, dass Ausgleichsflächen geschaffen werden. Ähnlich hatte sich Ratsherr Peter Jansen unlängst auch bei einer Bürgerversammlung in Tenholt geäußert.

Bei der Bürgeranhörung am Dienstag gaben die Tenholter zu erkennen, dass sie sich durchaus mit einer Gewerbeansiedlung auf der Freifläche anfreunden könnten, nicht aber mit der Ansiedlung der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG), die sich dort auf 60 000 Quadratmetern niederlassen will. Besonders die geplante Siloanlage passt den Bürgern überhaupt nicht.

Das Vorbild in Titz-Ameln vor Augen, wo auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik derzeit Getreidesilos errichtet werden, laufen sie Sturm gegen das „Monstrum”, wie sich Therese Frauenrath ausdrückte.

Meyer-Brandis erklärte, die RWG habe ihre ursprüngliche Planung von 30 Meter hohen Silos schon verändert. Jetzt sollen die Silos eine Höhe von 25 Metern haben.

Die geringere Höhe hat aber Auswirkungen auf den Durchschnitt der Silos. Drei Silos haben einen Durchmesser von 20 Metern, zwölf einen Durchschnitt von zehn bis elf Metern.

„Sie erschlagen uns mit den Silos unser Golddorf”, monierte Manfred Matz. Er erinnerte daran, dass der höchste jemals im Erkelenzer Stadtgebiet gewachsene Baum eine Höhe von 25 Metern hatte. Diese Höhe würde noch durch die Aufbauten an den Silos überschritten.

Ob diese Ansiedlung dem Wohl der Allgemeinheit diene, bezweifelten die Tenholter. Die Stadtverwaltung hielt dagegen, dass es auch zum Gemeinwohl gehöre, Gewerbetreibenden Entfaltungsmöglichkeiten zu geben.

Ihre Vertreter wiesen darauf hin, dass der Stadtrat für diesen Bereich eine Gewerbeansiedlung beschlossen habe. Jetzt müsse der Rat über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan zugunsten der RWG befinden. Bevor diese Entscheidung fällt, können die Bürger ihre Anregungen geltend machen. Das war nicht nur am Dienstag der Fall.

Weitere Anregungen, die durchaus auch Befürchtungen sein können, sind auch telefonisch (02431/850), schriftlich oder zur Niederschrift möglich.

Anschließend wird der Stadtrat sich mit diesen Anregungen der Bürger auseinander setzen und einen abschließenden Beschluss fassen.