Möllemann begeisterte nicht alle

Möllemann begeisterte nicht alle

Hückelhoven (an-o) - "Ich habe ihn eingeladen, weil ich ihn immer für einen guten Politiker gehalten habe, der sich auch für die Jugend einsetzt". So der Kommentar von Christian Peters, Vorsitzenden der Jungen Liberalen, der beim Neujahrsempfang alle mit Jürgen Möllemann überraschte.

"Als ich den Vorstand davon unterrichtete, habe ich bis auf eine Stimme volle Rückendeckung gehabt. Ich bin zufrieden mit dem Ablauf heute", so Peters weiter. Möllemann habe mehrmals nachgefragt, ob Peters die Einladung für eine gute Idee halte. "Ich bin nicht jemand, der zusagt und dann wieder absagt", so Peters mit einem Seitenhieb auf FDP-Landeschef Andreas Pinkwart, der den Julis zunächst zugesagt hatte, dann aber den Besuch einer Karnevalsveranstaltung vorzog.

Nicht alle FDP-Mitglieder im Hotel am Park waren von Möllemanns Erscheinen begeistert. Das galt für den stellvertretenden Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Dr. Werner Hoyer, besonders. Die Liberalen seien wieder da, so Hoyer in seiner Rede, nachdem man sich monatelang nur mit sich selbst beschäftigt habe. "Die Unfähigkeit der derzeitigen Regierung schreit nach einer tragenden Rolle der FDP", sagte Hoyer.

Allerdings meinte er eine FDP ohne Jürgen W. Möllemann, für dessen Ausschluss er sich in seiner Rede ebenfalls stark machte. Als er vom Erscheinen Möllemanns bei dieser Versammlung erfuhr, bezeichnete er die Einladung als "Unverschämtheit" und forderte die Julis auf, mit ihm den Saal zu verlassen. Manche folgten ihm und gingen, viele blieben aber auch und hörten sich die Worte Möllemanns an. "Das hat mit Toleranz nichts mehr zu tun und ich danke den hier Gebliebenen, dass sie dem Gruppendruck widerstanden haben", so der Überraschungsgast.

Keine biedere Partei mehr

Für seine Rede erhielt Möllemann viel Beifall. In Hückelhoven hat der Liberale, über dessen politisches Schicksal in der FDP in dieser Woche entschieden wird, offenbar viele Freunde. Da passten die Grußworte von Christian Peters zu beginn des Neujahrsempfanges: "Wir wollen nicht zurückkehren zu einer biederen und langweiligen FDP". Langweilig war dieser Empfang der FDP mit Sicherheit nicht.