Kreis Düren: Modellprojekt zur Berufsorientierung: Chance nutzen, Hand anlegen

Kreis Düren : Modellprojekt zur Berufsorientierung: Chance nutzen, Hand anlegen

Chancen muss man nutzen, wenn man weiterkommen will. Thomas Rachel, Ralf W. Barkey und Professor Dr. Kurt Schroeder wurden nicht müde, im Bildungszentrum BGE auf diese Grundvoraussetzung für eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hinzuweisen.

Das taten der Parlamentarische Staatssekretär, der Hauptgeschäftsführer der Handwerksammer für die Region Aachen und der Vorstandsvorsitzende des Sozialwerkes Dürener Christen im Beisein von Hauptschülern, die an einem Modellprojekt von Handwerkskammer und Sozialwerk teilnehmen: Nach den Herbstferien werden 100 Jugendliche drei Lehrberufe hautnah kennen.

In zwei Wochenblöcken, die jeweils 40 Arbeitsstunden umfassen, sollen Schüler der achten Klasse eine Vorstellung davon entwickeln, welche Anforderungen an zukünftige Friseure, Maler/Lackierer oder Metallbauer gestellt werden.

Das Praktikum, so hoffen die Initiatoren, erleichtert später die Berufswahl und dient als handfeste Orientierungshilfe. „Geh in die Wirtschaft, such Dir einen Beruf mit Perspektive.” Dieser pauschale Rat, glaubt Barkey, sei alles andere als ausreichend. Nur durch „eigenes Ausprobieren” könne es gelingen, die richtige Ausbildung zu finden.

Das Projekt diene den Jugendlichen genauso wie den Ausbildungsbetrieben. „Wir sind darauf angewiesen, dass Jugendlichen diese Chance nutzen”, verwies Barkey auf demographischen Wandel und Fachkräftemangel.

Das eigene Potenzial entfalten

Einen Zuwendungsbescheid über 30.000 Euro hat Staatssekretär Rachel aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung mitgebracht. Er sagte mit Blick auf ein rohstoffarmes Land wie Deutschland: „Bildung und Qualifizierung werden erheblich an Bedeutung gewinnen und gewinnen müssen.” Die Projektteilnehmer forderte er auf, die „Riesenchance” zu nutzen und ihr Potenzial außerhalb des Schulalltags zu entfalten.

An der Gemeinschaftsinitiative, die auch der Kreis mitfinanziert, nehmen die Hauptschulen Gürzenich, Ruraue Jülich und Nörvenich teil. Am Ende des Praktikums bekommen die Schüler ein Zertifikat, das Angaben über Ausbildungsreife und ihre Grundqualifikationen enthält. Bei der Vorstellung in Meisterbetrieben des Handwerks sei es eine „Trumpfkarte”, glauben die Projektleiter.