Wegberg-Beeck: Mit Volumen der Stimme den Saal gefüllt

Wegberg-Beeck : Mit Volumen der Stimme den Saal gefüllt

Der Kulturförderkreis Opus 512 begann das neue Musikjahr romantisch und hatte sich dabei der beiden hervorragenden Interpreten, der Altistin Anna Fischer und Theo Palm am Klavier, versichert.

Nach dem großen Erfolg mit der „Winterreise” im Jahre 2005 glänzte das Duo nun mit „Die schöne Müllerin”, von Franz Schubert nach der Gedichtsammlung von Wilhelm Müller 1823 komponiert im Musiksaal des Vinzentiushauses. Künstlerin und Künstler fanden ein dankbares und kundiges Stammpublikum, das zum Schluss des Konzertes lang anhaltend applaudierte und das Können der beiden würdigte. Beeindruckend war die Leistung der Sängerin, die 75 Minuten lang ohne Pause den gesamten Zyklus bot.

Sie füllte mit dem Volumen ihrer Stimme den Musiksaal im Obergeschoss des Hauses mit Leichtigkeit und beherrschte nicht nur stimmlich den Vortrag. In ihren Augen konnte man die unterschiedlichen Stimmungen des Müllerburschen ablesen, der sich zunächst ja Hoffnungen auf die Tochter seines Meisters macht, dann eifersüchtig erkennt, dass es da einen Jäger gibt, der größere Chancen besitzt und schließlich seinen Kummer dem Bach anvertraut, in dem er dann auch seine letzte Ruhe findet.

Der Wechsel von freudiger und ungestümer Offenheit des Müllergesellen über Resignation bis zur Depression spiegelt sich nicht nur in den Texten, sondern auch in den Kompositionen wider - und da ist auch die einfühlsame Begleitung von Theo Palm am Klavier zu nennen, der die Sängerin nicht nur führte, sondern auch die der typischen Romantik eigene Gefühlswelt Ausdruck verlieh.

Sollte man zwei der bekanntesten Stücke des Zyklus nennen, die oft auch einzeln zu hören sind, sind das sicherlich das Wanderlied „Das Wandern ist des Müllers Lust” und „Ungeduld” (Ich schnitt es gern in alle Rinden ein), die unter anderen auch von Peter Schreier und Dietrich Fischer-Dieskau interpretiert wurden. Als angenehm empfanden wohl etliche Zuhörer und Zuhörerinnen, dass die Veranstalter alle Texte des Zyklus ausgaben. So konnte man zusätzlich gelegentlich auch die Sprache der Romantik spüren.