Würselen: Mit rollender Intensivstation unterwegs

Würselen : Mit rollender Intensivstation unterwegs

Es kann jeden treffen. Plötzlich und unerwartet. Durch einen Unfall oder einen medizinischen Notfall ist plötzlich ärztliche Hilfe gefragt. Manchmal ist es auch notwendig, einen Schwerkranken unter Aufrechterhaltung der bestmöglichen Versorgung in eine andere Klinik zu verlegen.

In jedem Fall kann man dankbar sein, dass es Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gibt. Zu den Aufgaben der vielen Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer zählt nicht nur die Erstversorgung vor Ort, sondern auch der Patiententransport zwischen verschieden Krankenhäusern und Einrichtungen - schlimmstenfalls überregional und mit einem Patienten, für den die Versorgung und Behandlung auf der Intensivstation überlebenswichtig ist.

Deshalb unterhält das DRK im Kreis Aachen zwei Intensivtransportwagen, um auch auf der Straße eine Versorgung zu gewährleisten, wie es sie sonst nur auf der Intensivstation gibt: Medikamente können weiterhin verabreicht werden und durch komplexe Beatmungsgeräte ist die lückenlose medizinische Unterstützung gewährleistet.

Allerdings gehört zur schonenden Verlegung der Patienten nicht nur eine komplexe und wirkungsvolle technische Ausstattung der Fahrzeuge, sondern auch die Betreuung durch eine gut ausgebildete Besatzung. Deshalb haben rund 25 Rettungsassistenten in den vergangen Monaten neben ihrem Arbeitsalltag im Rettungseinsatz an einer Schulung teilgenommen, die in der Euregio Maas-Rhein einmalig ist.

Von der Übernahme der Intensivpatienten im Krankenhaus über die Versorgung im Fahrzeug bis hin zur Übergabe am Zielort wurde alles bis ins kleinste Detail geübt. Medikamentengabe, Überwachung der Körperfunktionen oder Blutgasanalyse sind nur einige der Versorgungsmöglichkeiten, die die Fahrzeuge bieten. Zum Abschluss gab es jetzt für jeden Absolventen ein Zertifikat.

Dr. Joachim Habers, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Kreis Aachen, betont die wichtige Rolle des Intensivtransportes: „Die Rettungsassistenten müssen das Material, die Geräte, die Abläufe und auch mögliche Fehlerquellen im Detail kennen und beherrschen, um gemeinsam mit dem Notarzt die größtmögliche Sicherheit für den Patienten zu gewährleisten. Mit diesem Kurs, der in der Region Aachen einzigartig ist, haben wir einen wesentlichen Meilenstein im Intensivtransport gelegt.”

Im Schnitt werden täglich sechs bis sieben Patienten vom DRK durch einen Intensivtransport zwischen Krankenhäusern verlegt. Oftmals führen die Transporte auch zu weit entfernten Spezialkliniken, da für manche Symptome nur dort eine perfekte Versorgung gewährleistet ist.