Hückelhoven: Mit Pfählen die Straße markiert

Hückelhoven : Mit Pfählen die Straße markiert

Von Weitem sah es aus wie die Vorbereitung zum Straßenbau, um den es bei der Aktion auch ging.Bei näherem Hinsehen wurde klar, dass die Pfähle, die da quer zur Straße Am Lieberg und hinauf zum Junkerberg in die Boden geschlagen worden waren, nicht von einer Straßenbaufirma stammten.

Eingesetzt worden waren sie von Mitgliedern des Vereins „Naherholung”, der seit rund vier Jahren den Bau genau dieser abgesteckten Trasse verhindert. Dabei handelt es sich um ein Teilstück der Anbindung des Industriegebietes Lindern an die Autobahn. Besser bekannt ist diese Planung als L 364n.

Und dass es bei der Planung bleibt, dafür wollen die Mitglieder des Vereins sorgen. Bereits seit acht Jahren laufen die Anwohner Sturm gegen das Vorhaben, denn sie befürchten eine erhebliche Minderung ihrer Lebensqualität. Durch die Trasse wird eine enorme Lärmbelästigung erwartet.

Darüber hinaus würden der Biotopverbund und das Naherholungsgebiet „Oberer Junkerberg” unwiederbringlich zerstört. Weiterhin, so argumentieren die Gegner, sei eine wohnbauliche Stadtentwicklung in Richtung Doveren durch den Straßenbau nicht mehr möglich. Der rund dreieinhalb Kilometer lange erste Teilabschnitt der Trasse mit vier Brückenbauten von der Autobahn bis zur L 117 würde auch zu einer erheblichen Absenkung des Liebergs führen, wie der Vereinsvorsitzende Michael Knauer erklärte.

Die geplante Straße würde in Höhe der eingeschlagenen Pfähle aufgeschüttet - rund zweieinhalb Meter. Im zweiten Bauabschnitt war eine Verlängerung bis Möbel Houben am Hilfarther Ortsausgang Richtung Baal geplant. Eine Lärmschutzwand sei nach Aussage der Gegner nicht geplant, da eine Geräuschbelästigung seitens der Planer ausgeschlossen werde. Ein Hohn angesichts der zu erwartenden 10000 Fahrzeuge, die die Trasse täglich passieren würden - meinen die Gegner.

Mit der Aktion, die vor allem die Anwohner in Hückelhoven und Doveren aufgeschreckt hatte, wollten sie noch einmal an ihr Anliegen erinnern, mit dem sie derzeit auf der Stelle treten. Denn seit rund anderthalb Jahren wartet man auf einen Anhörungstermin am Münsteraner Oberverwaltungsgericht, nachdem die Klage in Aachen abgelehnt worden war.

Immerhin habe man in den letzten Jahren den Bau der umstrittenen Trasse durch den Widerstand verhindert, betonte der Sprecher des Vereins, Uwe Kerlen. Der Verein unterstützt nämlich drei Einzelkläger, deren Äcker an der Trasse liegen.

„Der Widerstand ist natürlich mit einem erheblichen finanziellen Aufwand verbunden”, so Kerlen. Trotzdem sei man bereit, weiterzumachen bis die Planung vom Tisch ist. Mit der Pfahlaktion konnten immerhin rund 80 Anwohner auf das Gelände gelockt werden, wo Knauer noch einmal den aktuellen Stand der Dinge referierte.

So lange das Verfahren in Münster läuft, kann mit dem schon in den 80er Jahren geplanten Bau nicht begonnen werden. Und die Anwohner sind nicht bereit, von ihrer Forderung nach einer Abkehr von dem Bauvorhaben abzuweichen. Nun hoffen sie, dass die Verkehrsentwicklung ihnen zu Hilfe kommt, denn das Verkehrsaufkommen auf der Dienstühlerstraße nehme kontinuierlich ab.

Auch sei die Trasse sinnlos geworden, da sie teilweise parallel zur A 46 verläuft und schon aus diesem Grunde„keinen Sinn” mache.