Düttling: Mit Hightech-Gerät Tier- und Pflanzenwelt erkunden

Düttling : Mit Hightech-Gerät Tier- und Pflanzenwelt erkunden

Wenn der Oberförster Schülern im Wald die Spuren von Hirsch, Sau und Reh zeigt, dann dürfte das Interesse von Großstadtkindern rasch erlahmen. Doch Spurensuche in der Natur kann auch für junge Leute attraktiv gestaltet sein.

Mit modernster Technik erforschten diese Woche 15 Schülerinnen und Schüler einer Bonner Gesamtschule die Tier- und Pflanzenwelt im Nationalpark Eifel.

Mittels GPS, einem satellitengestützten System zur Positionsbestimmung, galt es, Tierspuren zu erheben, Dauerbeobachtungsflächen einzumessen und die dort vorkommenden Pflanzenarten zu erfassen.

Organisiert und betreut wurde die Projektwoche von der Wildniswerkstatt Düttling des Nationalparkforstamtes Eifel und der Firma ESRI Geoinformatik GmbH aus Bonn, von der auch Unterkunft und Verpflegung im Nationalpark-Gästehaus in Hergarten übernommen wurden. Am Wochenende präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse einem beeindruckten Publikum.

Jugend forscht

Damit die erhobenen Daten später auch anderen Kinder- und Jugendgruppen in der Wildniswerkstatt zur Verfügung stehen, erstellten die Junior-Forscher mit einem geografischen Informationssystem (GIS) digitale Kartenwerke. Per Mausklick können so auch Fotos der in den Karten dargestellten Versuchspunkte abgerufen werden. Hierzu zählt unter anderem eine Freifläche, die noch bis vor wenigen Monaten mit Douglasien bewaldet war, einer Nadelholzart, die hier nicht heimisch ist; die Bäume wurden zur Förderung heimischer Laubwälder entnommen.

„Es ist schön zu sehen, was die Gruppe von Stadtkindern innerhalb dieser Woche alles über die Natur gelernt hat und welchen Spaß sie dabei hatte. Mit ihren erhobenen Daten helfen sie auch anderen Kindergruppen, komplexe Themen wie die Rückeroberung von Freiflächen durch die Natur besser zu verstehen”, freut sich Jutta Wagner, Leiterin der Wildniswerkstatt.

„Und ganz nebenbei lernen die Jugendlichen den Umgang mit modernster Technik und Software, die schon heute auf den Lehrplänen vieler Ausbildungs- und Studiengänge stehen”, so Axel Schaefer, Mitarbeiter der Firma ESRI. Die Spurensuche im Wald förderte interessante Ergebnisse zutage, etwa das Trittsiegel eines Hirschen, kaum einen Steinwurf entfernt von der Wildniswerkstatt. Für die Stadtkinder war es ein hautnahes Naturerlebnis im Sinne des Bildungsauftrags im Schutzgebiet.