Erkelenz-Hetzerath: Mit den Sinnen die Welt verstehen lernen

Erkelenz-Hetzerath : Mit den Sinnen die Welt verstehen lernen

Kinder brauchen unmittelbare sinnliche Erfahrungen, um mit der Welt vertraut zu werden. Diese Idee liegt der „Miniphänomenta” zugrunde, die derzeit in der Hetzerather Grundschule zu bestaunen ist.

Dabei geht es um interessante und logische Experimente aus den Bereichen Physik, Wärmeleitung und sinnliche Wahrnehmung. So erleben die Kinder zum Beispiel, dass eine Holzkugel auch die Schräge hinaufrollen kann oder dass der Mensch mit seinen Händen messbare Spannung erzeugen kann.

Entwickelt wurden die kindgerechten Experimente unter der Leitung von Professor Lutz Fiesser an der Universität Flensburg. Die Verbreitung an den Schulen in NRW ist Aufgabe der Initiative „Förderung der MINT-Bildung”, in der sich auch die Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände engagiert.

„MINT” steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ziel ist es, den Kindern auf spielerische Weise Prinzipien der Naturwissenschaft nahe zu bringen und sie für diese Themen zu begeistern. In der Hetzerather Grundschule wurde die Idee erstmals in die Tat umgesetzt.

Bei einem Präsentationsnachmittag konnten die Kinder mit ihren Eltern nach Herzenslust ausprobieren und erleben, was die Experimente für sie bereithielten. Überall in den Gängen und Klassenzimmern waren Stationen mit interessanten und erstaunlichen Experimenten aufgebaut, die darauf warteten, ausprobiert zu werden.

Schulleiterin Nicole Jabs stieß auf der Pädagogikmesse „Didacta” in Köln auf das interessante Angebot. „Die Idee hat mich sofort überzeugt”, betonte sie bei der Vorstellung des Projektes am Samstag in den Räumen und Fluren der Schule.

Doch um in den Genuss der Experimente zu kommen, mussten die Lehrer in Vorleistung treten und ein Wochenende opfern. In Olpe wurden sie auf die interaktive Experimentausstellung vorbereitet. Zusätzlich mussten sie sich verpflichten, einige der Experimente in Zusammenarbeit mit den Eltern nachzubauen. Schließlich, so der Gedanke der Aktion, sollen die Kinder ja auch dauerhaft die Möglichkeit haben, sich mit den physikalischen und Wahrnehmungsexperimenten zu beschäftigen.

Bei der Schulpflegschaft rannte sie mit der Idee offene Türen ein. „Wir waren sofort bereit, uns dafür zu engagieren”, betonte auch Anja Eickels von der Schulpflegschaft. Die Bereitschaft bei den Eltern war größer als der Platz, der zur Verfügung steht. Denn aus räumlichen Gründen können in Hetzerath nur 23 der insgesamt 52 Stationen umgesetzt werden. Trotzdem vermitteln die vorhandenen Stationen interessante Einblicke. „Jede Station hat ihren besonderen Reiz”, betonte auch Klassenlehrerin Christel Heinen, die ebenfalls an dem Vorbereitungswochenende in Olpe teilgenommen hatte.

In den kommenden zwei Wochen werden die Experimente jahrgangsübergreifend in den Unterricht an der Schule eingebaut und können auch von den Kindern individuell ausprobiert werden. Die Veranstalter hoffen auf einen Schneeballeffekt, denn in dieser Region ist die Hetzerather die einzige Grundschule, die das Angebot der „Miniphänomenta” wahrnimmt.