Wassenberg: Mit den Bildern persönlich gewachsen

Wassenberg : Mit den Bildern persönlich gewachsen

Die Kunstausstellungen in der Galerie des Rathauses der Stadt Wassenberg zeichnen sich durch sorgsam ausgewählte Arbeiten aus. „Junge Künstlerinnen” aus dem heimischen Bereich, die noch einen besonderen Weg vor sich haben, einem größeren Publikum vorzustellen, bereitete auch Bürgermeister Manfred Winkens eine besondere Freude.

Eva-Maria Dalz-Mosburger, die Betreuerin des Wassenberger Künstlerkreises, führte durch zwei verschiedene künstlerische Welten von faszinierender Ausdruckskraft. Mina Akbary, die junge Iranerin, die seit acht Jahren in Deutschland lebt, ist ein Naturtalent. In ihrer Heimat besuchte sie schon in ganz jungen Jahren eine Kunstschule. Ihre Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Reiches Colorit, Ornament und Chiffren sind auf feine Weise ineinander verflochten. Viel Liebe zum Detail und ein besonderes Gespür für das Gesamte machen die Arbeiten so bestechend.

Wer Mina Akbary schon länger kennt, merkt auf den ersten Blick, dass sie mit ihren Bildern auch persönlich gewachsen, also erwachsen geworden ist.

Die allegorische Darstellung der Schönheits-Porträts - die Tänzerin, Cleopatra oder die Geisha, tragen Insignien des Weiblichen mit Schmuck, Stoffen und Bekleidung, die ihren Ursprung im alten Kulturbereich Persiens nicht verleugnen und von einem eigenen Platz in der Gesellschaft sprechen.

Corinna Giesen, die 23 Jahre alte Malerin aus Wildenrath, studierte nach dem Gymnasium zunächst Kunstgeschichte, jetzt an der FH in Düsseldorf Kommunikationsdesign.

Zur Zeit ist sie im Auslandssemester an der ?cole des Beaux-Arts in Nancy/Frankreich, bei der Rathaus-Vernissage deswegen nicht persönlich anwesend. Sie wurde gerne vertreten durch ihre Mutter, die auch bereits mehrfach ihre Malereien in Wassenberg ausstellte. Die junge Corinna, ebenso wie Mina Akbary beim Kunstwettbewerb von Canthe in Hückelhoven ausgezeichnet, ist ein eher herbes Mädchen.

Sie befaßt sich intensiv mit dem Thema des „Ausgeliefertseins” von Menschen oder von verlassenen Häusern in der Natur.

Starkes Licht und Schatten bilden den Kontrast zum Verlassensein, zum Verwelken, aus dem die Natur in ihrer schöpferischen Kraft immer wieder neues Leben entstehen lässt. Das trifft für Materie wie menschliches Leben zu.

Bei Corinna Giesen ist alles in Bewegung, so einsam und verlassen es auch scheinen mag. „Man hört das Wasser dröhnen und die Vögel kreischen, man hört förmlich die Stille” meint dazu Eva-Maria Dalz.

Corinna Giesen versucht in einigen ihrer Bilder auch, noch tiefer in die surrealistische Welt einzutauchen.

Beide Malerinnen berühren mit ihren Bildern den Betrachter. Die sehr sehenswerte Ausstellung Mina Akbary und Corinna Giesen ist verteilt auf das Erdgeschoss und die I. Etage des Rathauses. Sie bleibt bis zum 16. Januar geöffnet zu folgenden Zeiten: montags von 8 bis 16 Uhr; dienstags von 8 bis 18 Uhr; mittwochs bis freitags von 8 bis 12 Uhr.