Umweltkampagne: Mit dem Bus fahren und das Klima retten

Umweltkampagne : Mit dem Bus fahren und das Klima retten

Mit einer Umweltkampagne unter dem Motto „Mache dich zum Klimaretter“ will der Aachener Verkehrsverbund (AVV) während der Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September Bus und Bahn als umwelt- und ressourcenschonende Alternative zum Individualverkehr in den Fokus rücken.

Von jedem in diesem Zeitraum verkauften Einzel-, Vier-Fahrten- oder Tagesticket wollen der AVV und seine Partnerunternehmen zehn Cent für die Pflanzung neuer Bäume im Verbundgebiet verwenden. Der AVV rechnet mit 100.000 bis 150.000 verkauften Tickets: Dann würden zwischen 10.000 und 15.000 Euro für neue Bäume zur Verfügung stehen. Auch die West Verkehr GmbH (West) im Kreis Heinsberg ist mit von der Partie.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Feinstaubdiskussion und der Diskussion um die Verhängung von Dieselfahrverboten seien die Themen Klimawandel und Klimaschutz derzeit verstärkt in der öffentlichen Wahrnehmung, sagte AVV-Geschäftsführer Hans-Peter Geulen bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Geilenkirchen. Deshalb würden der Verbund und die Verkehrsunternehmen dazu aufrufen, sich gemeinsam für die Umwelt einzusetzen. Denn Nutzer des ÖPNV seien deutlich umweltfreundlicher unterwegs: So verursache ein Fahrgast bei einer Fahrt mit dem Linienbus im Schnitt 65 Gramm weniger Treibhausgase je Personenkilometer als bei einer Fahrt mit dem Pkw, rechnete Geulen vor, der den Nahverkehr als wichtigen Teil der Lösung und seine Stärkung als alternativlos bezeichnete.

Gleich zwei Aspekte, mit denen beim Busverkehr im Kreis Heinsberg aktiver Klimaschutz betrieben werde, stellte West-Geschäftsführer Udo Winkens heraus: „Dem Problem des hohen Verschleißes und Kraftstoffverbrauchs durch falschen Fahrstil begegnen wir mit dem Einsatz des Ribas-Systems in unseren Fahrzeugen.“ Symbole auf dem Display würden dem Fahrer anzeigen, wenn sich seine Fahrweise negativ verändere. „Die bessere Selbstkontrolle durch Echtzeit-Feedback führt zur Einsparung von Kraftstoff und reduziert den Verschleiß“, erklärte Winkens. Im Rahmen eines Testbetriebs sei ein Einsparpotenzial von acht Prozent ermittelt worden. Der Großteil der West-Busflotte — 75 von 90 Fahrzeugen — sei bereits mit diesem System ausgestattet.

Wenn in den nächsten Jahren alle Busse über das System verfügen würden, ergebe sich bei einem jährlichen Kraftstoffverbrauch von 1,4 Millionen Litern Diesel eine Ersparnis von 112 000 Litern im Jahr — dies entspreche rund 300 Tonnen weniger Kohlenstoff­dioxid-Ausstoß. Winkens sprach auch das Öldialyseverfahren an, das der Blutwäsche ähnlich sei. Gebrauchtes Motoröl werde durch ein Gerät mit Filtern gepumpt und so von Schmutzpartikeln getrennt. Das aufbereitete Öl erreiche die entsprechende Norm, was die technische Sauberkeit und Reinheit von Motoröl angehe. Bis zu viermal könne das Öl wiederverwendet werden. Rund 4000 Liter reines Motoröl spare die West so pro Jahr ein, rund 4000 Liter müssten weniger als Altöl entsorgt werden.

(disch)