Erkelenz: Mit dem Abitur in der Tasche nach Brasilien

Erkelenz : Mit dem Abitur in der Tasche nach Brasilien

Julia Hartmann hat ihr Abitur gerade in der Tasche. Doch im Gegensatz zu vielen ihrer Schulkameraden, die erst einmal ordentlich feiern, bereitet sich die 19-Jährige auf einen einjährigen Auslandsaufenthalt vor.

Am 6. August wird sie für ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) nach Brasilien fliegen, rund 14 Flugstunden von ihrer Heimat entfernt. Vermittelt wurde das FSJ von der Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz.

Die AG, die seit 20 Jahren besteht, unterstützt durch Einnahmen bei Konzerten oder Spendenläufen Projekte in Indien, Burundi und Brasilien, um dort gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen. Um den kulturellen Austausch zu fördern, schickt die Eine-Welt-AG zudem jährlich Freiwillige in ihre Projekte.

Vor Ort in Salvador wird Julia Hartmann in einer Schule und einem Jugendzentrum mitarbeiten, die unter der Trägerschaft des Sozialen Dienstes für Frieden und Versöhnung (SDFV) stehen. Salvador ist eine Stadt mit vier Millionen Einwohnern. Zu den Einrichtungen, die der SDFV dort in dem Armenviertel Mangueira betreibt, gehört auch eine Krankenstation, da die medizinische Versorgung der Bevölkerung schlecht ist.

Die 19-jährige Erkelenzerin hat sich neben den Vorbereitungen auf das Abitur auch auf ihren Auslandseinsatz vorbereitet und Portugiesisch gelernt. Neben Julia Hartmann wird auch der Abiturient Adrian Franco nach Brasilien reisen, um ein freiwilliges soziales Jahr zu leisten. Die Geilenkirchenerin Stefanie Lipps wird in Indien arbeiten, wo auch eine Kooperation besteht.

Die Schüler, die sich bereit erklären, in der dritten Welt zu arbeiten, müssen nicht zwingend das Cusanus-Gymnasium besuchen, wie AG-Leiter Bruno Bürger ausdrücklich betont. Er freut sich über jeden, der bereit ist mitzumachen.