Düren: Mit 130 Stundenkilometer über den Dürener Badesee

Düren : Mit 130 Stundenkilometer über den Dürener Badesee

„Für mich ist das eines der schönsten Rennen der gesamten Saison. Der Platz ist perfekt, alles ist wirklich gut organisiert. Es macht Spaß, hier zu fahren.“ Dietmar Kaiser weiß genau, wovon der spricht.

Der 48-Jährige kommt aus Kerpen-Elsdorf und ist einer von insgesamt 28 Motorboot- und 25 Jetski-Fahrern, die am Wochenende bei der vierten Auflage der ADAC-Motorbootserie am Badesee gestartet sind. Das Rennen in Düren ist das letzte von sechs Wettkämpfen der Rennserie in ganz Deutschland. „Die anderen Rennen“, erzählt Organisator Daniel Schönenberg (28), „finden in Rensburg bei Kiel, Berlin, Brodenbach in der Nähe von Koblenz, Kriebstein bei Dresden und in Lorch am Rhein statt. Wir waren vor einigen Jahren auf der Suche nach einer Rennstrecke im Rheinland und sind irgendwann auf Düren gestoßen.“

1200-Meter-Rundkurs

Bei den Motorbooten wird in drei Klassen gefahren, unter anderem auch in der dritthöchsten deutschen Amateurklasse, in der auch Dietmar Kaiser an den Start geht. Bei den Jet-Skis gibt es vier verschiedene Gruppen. Die Fahrer der Königsklasse der ADAC-Motorbootserie haben gerade ihre bis zu 25.000 Euro teuren Katamarane über den 1200-Meter-Rundkurs auf dem Gürzenicher Badesee gejagt. Bis zu 130 Stundenkilometer können die Viertakter mit ihren 60 PS auf langen Geraden schnell sein. Und weil Boote bekanntlich keine Bremsen haben, nehmen die Piloten den Propeller etwas aus dem Wasser, um die Geschwindigkeit zu verringern und um möglichst optimal um die Bojen zu driften.

Wasserfontäne

Eins ist klar: Wer seinen Propeller zu früh aus dem Wasser nimmt, hat schon verloren. Dann geht der Höllenritt weiter, die Frontpartien der Sportgeräte ragen wieder in die Höhe, Wasserfontänen nehmen Verfolgern die Sicht.

Dietmar Kaiser, der schon immer eine große Vorliebe für den Wassersport hatte und hauptberuflich Autos repariert, ist bei einem Besuch der Messe Boot in Düsseldorf auf den Rennsport auf dem Wasser aufmerksam geworden. „Motorboot-Sport ist deutlich erschwinglicher“, sagt Kaiser. „Und es ist einfach schöner. Die Fahrer kennen sich alle untereinander. Wir sind im Fahrerlager so etwas wie eine große Familie. Das macht einfach Spaß.“

Mit der Publikumsresonanz ist Daniel Schönenberg nur einigermaßen zufrieden. „Wir hatten schon mehr Zuschauer am Badesee“, sagt er. „Aber vielleicht nutzen viele Menschen das schöne Wetter auch, um selbst irgendwo sportlich aktiv zu werden.“

Gleichwohl wird es auch im kommenden Jahr wieder ein ADAC-Motorbootrennen zum Abschluss der Serie am Dürener Badesee geben. „Wir kommen wieder“, verspricht Daniel Schönenberg. „Den genauen Termin kann ich heute noch nicht sagen, aber es wird Ende September sein.“

(kin)