Hückelhoven: Mineralienbörse: Erfahrung mit Gestein macht sich jetzt bezahlt

Hückelhoven : Mineralienbörse: Erfahrung mit Gestein macht sich jetzt bezahlt

Mit den Schätzen der Erde hat man in der ehemaligen Zechenstadt Erfahrung. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb die Mineralienbörse der „Mineralien- und Bergbaufreunde” in der Mehrzweckhalle sich in den letzten dreizehn Jahren vom Geheimtipp zum Magneten für Mineralienfreunde aus der Region und dem benachbarten Ausland entwickelt hat.

Auch diesmal waren es nach Schätzung des Vereins rund 3000 Besucher, die den Weg in die Hückelhovener Mehrzweckhalle gefunden hatten. Wieder waren rund 40 Aussteller gekommen, um ihre mineralogischen Schätze zu präsentieren. Sie waren aus allen Teilen Deutschlands und der angrenzenden Nachbarländer nach Hückelhoven gekommen. So waren insgesamt 165 Thekenmeter zustande gekommen, auf denen die glänzenden Mineralien zu bestaunen waren.

Vom Rosenquarz aus dem weit entfernten Madagaskar über so genannte „Mondsteine” bis hin zu Fundstücken und Objekten aus hiesigen Breitengraden reichte das Angebot. Darüber hinaus waren aber auch alte Münzen, versteinertes Holz und andere Bodenfunde unter den ausgestellten Waren. Auch archäologische Funde wie die rund 80 Millionen Jahre alten Haifischzähne aus Marokko zogen die Besucher an. „Wer sich nicht mit den Funden auskennt, würde nie darauf kommen, dass es sich um prähistorische Zähne von Raubfischen handelt”, sagte der Gevelsberger Hans-Ulrich Nahodil, der auch schon seit Jahren zu den festen Ausstellern in Hückelhoven gehört.

Die verschiedenen Mineralien waren in reinster oder geschliffener Form ebenso anzutreffen wie als filigran verarbeiteter Schmuck oder kunstvolle Miniaturen. So gab es keine der weltweiten Mineralregionen, die nicht auf der Hückelhovener Börse vertreten war. Die Mischung aus Kunsthandwerk und aufgearbeiteten Objektfunden machte den besonderen Reiz der Schau aus.

Als besonderer Clou konnten die „Überraschungsgeoden” aus Mexiko bezeichnet werden. Eingeschlossen in erkaltete Schlackesteine hatten sich im Prozess des Abkühlens Bergkristalle gebildet. Der Reiz bestand jedoch darin, dass man wie bei den Überraschungseiern nicht wissen konnte, welche Kristalle sich in welcher Form in den runden Steinen befanden. Um das herauszufinden, mussten die Steine in der Mitte geknackt werden. Dafür war Richard Mones zuständig, der jedes Mal selber voller Vorfreude ans Werk ging, wenn es hieß, die Steine zu knacken.

„Die Börse hat im Laufe der Jahre ein großes Stammpublikum gewonnen, das jedes Jahr kommt”, erklärte Matthias Schmitz von den Mineralienfreunden. Viele der Besucher seien erstaunt gewesen, dass kein Eintritt verlangt wurde, um die edlen Bodenschätze sehen zu können. Doch das, so Schmitz, gehöre zum Prinzip des Vereins. Auch für den Besuch des Museums an der Ludovicistraße wird kein Eintritt verlangt.

Erfreut war man aber auch darüber, dass viele junge Besucher den Weg in die Mehrzweckhalle gefunden hatten. Einige stammten vom Jugendfilmfestival, das nebenan in der Aula zur selben Zeit in die letzte Runde ging.