Hückelhoven: „Mer jon op et Janze, on losse de Poppe danze”

Hückelhoven : „Mer jon op et Janze, on losse de Poppe danze”

Hurra, d´r Zoch kütt. Ist zwar nicht besonders gut für die Zähne wegen der Unmengen an süßen Leckereien, dafür umso mehr fürs Gemüt.

Ähnliche Gedankengänge hatten wohl auch Tausende der nur in der fünften Jahreszeit vorkommenden Gattung Homo Karnevalensis, die entweder Bestandteil des Rosenmontagszuges waren oder zu den erwartungsvollen Schaulustigen im Hückelhovener Straßenkarneval gehörten.

Zuerst war es nur eine hoffnungsvolle Vorahnung, dann freudige Erregung, und zu guter Letzt - beim Anblick der närrischen „Völkerwanderung” - entfaltete der heimtückische Karnevalsbazillus seine volle, glücklicherweise schmerzlose Wirkung: Pausenloses Bützen, hemmungsloses Tanzen, Singen und Lachen sowie ein gesteigertes Durstempfinden stellten die Symptome dar.

Über 30 Fußgruppen und teils aufwändig gestaltete Wagen bahnten sich ab 12.11 Uhr ihren zirka fünf Kilometer langen Weg durch Hückelhoven. Wer da die gesamte Strecke mitlief, musste wahrlich gut zu Fuß sein oder raffiniert, so wie die Unverwüstlichen.

Ihr Credo lautete: „Die Unverwüstlichen sind das Laufen leid, drum reiten sie auf ihren Paradiesvögeln kilometerweit.” Ein genauer Blick auf die Reittiere, eine Mischung aus Vogel Strauß und glitzernder Diskokugel, verriet jedoch: alles nur Täuschung.

Aufs Tarnen und Täuschen verstand sich offensichtlich auch eine grimmige Räuberbande. Sie rekrutierte sich aus Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr und hatte ihre Räuberhöhle auf vier Rädern vor neugierigen Blicken geschickt verhüllt.

In „kriminelle Machenschaften” auf dem Gebiet der Spielmanipulation verwickelt war offensichtlich die Borussia-Jugend, zierte ihr Gefährt doch ein Schild mit dem Hinweis „Mafia”.

Vogelscheuchen alias die Barbaraner tummelten sich auf der schrill-fröhlichen Zusammenkunft, fleißige Bienchen, ja sogar Mönche und Nonnen. Vom Planeten Lambertus übermittelten fremdartige Wesen ihre Grüße an alle Karnevalsfreunde.

Als „Einbahnstraßen-Klempner” outeten sich die Super Mario Brothers. Alle anderen hielten sich mit politischen Aussagen vornehm zurück, selbstverständlich zugunsten des karnevalistischen Mottos: „Mer jon des Jahr op et Janze, on losse de Poppe danze”.

Aus einer riesigen Narrenkappe winkten das HKG-Prinzenpaar Friedhelm II. und Heike I. (Jahn) lächelnd ihren verzückten Untertanen zu. Mit großer Aufmerksamkeit bedacht wurden darüber hinaus die Garden, der Elferrat und der Jugendelferrat.