Höngen: Meisterchor St. Josef trifft eine gute Wahl

Höngen : Meisterchor St. Josef trifft eine gute Wahl

Gemütvolle, kindliche, zarte Weihnachtslieder und Männerstimmen stellen eine besondere Herausforderung dar, der sich Chöre nicht nur aus Nostalgie gerne stellen, sondern um sich im Belcanto zu erproben.

Allen darf dabei die Puste nicht ausgehen, noch der Ton im Halse stecken bleiben. Der Meisterchor St. Josef hat schon zu Käfers Zeiten diesen Clinch gesucht. Unter Piet Tobben hat er nun einen neuen Anhänger gefunden, der womöglich dem Chor noch einiges mehr abverlangt, um mit Legato auf den Schwingen des Gesangs entschweben zu lassen.

Der Chor erlebte trotz Regens eine vollbesetzte, akustisch wirkungsvolle Kirche mit dem Ergebnis, dass die Besucher nach anderthalbstündiger Dauer noch gerne Zugaben gehabt hätten. Das lag nicht zuletzt auch an den übrigen Mitwirkenden. Aus den Reihen der Sänger kamen die Assistenzkräfte: das Nesthäkchen Hannah Barion (8) mit Weihnachtsliedern am Klavier, Julia Peters (12), Geige, mit einem temperamentvollen Csardas von dem Neapolitaner Alberto Curci sowie Nicolai Dreißen (16), der an der Orgel Bachs „Wachet auf!” intonierte.

Besondere Aufmerksamkeit galt der jungen Harfenistin Sanna Severins aus Echt, die es mit ganz großen Interpreten ihrer Zunft aufnahm und mit Bravour Händels berühmtes Concerto spielte und von Freddy Alberti das Chanson Neapolitaine einschob. Mit dem Chor zusammen trug sie „Stille Nacht” vor. Dem MGV war es gelungen, mit dieser Harfenistin seinem Konzert eine einzigartige Variante hinzugefügt zu haben.

Erfolgreich versuchte sich der Verein auch an der echohaften Doppelchörigkeit und stimmte von Chorraum und Orgelbühne „Echo Carol” an. Wem die musikalischen Beiträge nicht genügten, für den hielt man Gedichte und Geschichte bereit, darunter ein nicht unkritisches Weihnachtsgedicht in Mundart von Gerd Passen und ein besinnlicher Textbeitrag aus der afrikanischen Mission von Pfarrer Schlösser.

Für die Klavierbegleitungen war Gaby Devies-Fiegen verpflichtet worden, die schon in Kirchhoven mit ihrem Können imponierte. Wie es in Holland beliebt ist, zog der Chor singend mit „Tolite hostias” ein und wechselte sich im Gesang auch mit den Besuchern ab. Die kritischen Texte befassten sich mit festlichen „Entgleisungen”, angefangen von der Hektik bis hin zum weihnachtlichen Unfrieden.

Die große Zahl der Besucher zeigte, dass der MGV mit seinem nachweihnachtlichen Termin, mit der Zusammensetzung des Konzerts und auch mit seiner Intention richtig lag.