Braunsrath: Meisterchöre bald in Braunsrath auf dem Prüfstand

Braunsrath : Meisterchöre bald in Braunsrath auf dem Prüfstand

Wichtigstes Ergebnis des dreitätigen Chorfestivals ist der Plan des Sängerbundes NRW, demnächst in Braunsrath ein Wertungssingen für künftige Meisterchöre durchzuführen.

So etwas hat es hier noch nie gegeben. Nun wollen sich sowohl die als Gutachter fungierenden Spitzen, Bundeschormeister Prof. Schmoll und Präsidiumssekretär MD Klaus Levermanns, die zusammen mit dem Holländer Prof. Lambrechts und dem Belgier Kamiel Cooremans in der Jury saßen, stark machen, dass wegen der Planungsnotwendigkeit bis 2005 dieses landesweit wichtigste Ereignis für Chöre hier stattfindet, zumal beim MGV Braunsrath die Bereitschaft besteht, die Organisation zu übernehmen.

Für viel Öffentlichkeit und überregionale Bedeutung war bei diesem Festival reichlich gesorgt. Der Veranstalter erhielt viel Lob für seine Innovationen.

Er war bereit dafür zu zahlen, denn unter dem Strich butterte er finanziell kräftig zu, während er bei sonst üblichen Festivitäten einen ganzen Batzen hätte verdienen können.

Aber das war dem Jubelverein die Sache wert. Nun weiß man auch im Landesverband, wo Braunsrath liegt und dass man hier zwar mit den Zeit- und Schwundproblemen zu kämpfen hat, ab auch gesanglich viel Gutes von hier kommt.

Dafür sorgten einmal die hiesigen Chöre, die, wenn auch noch zögerlich, bereit waren, sich ein Urteil gefallen zu lassen. Aber auch von holländischer Seite wurde die Gelegenheit genutzt, sich von dieser unbestechlich kritischen, aber immer konstruktiv wohlwollenden Expertentrias begutachten zu lassen, um zu erfahren, wo man steht und wie die Probenarbeit verbessert werden könne.

Da alles mit äußerster Diskretion ablief, war es verwunderlich, warum dieses Gutachtersingen so gefürchtet war wie das Weihwasser vom Teufel. Immerhin geben die „Zeugnisse” einem jungen Dirigenten wie Vincent Heitzer, der sich auch bereitwillig über die Schulter gucken ließ, einmal eine sehr befriedigende Bestätigung seiner Arbeit und eine konkrete Anleitung, wie er mit dem Orsbecker Kirchenchor fortfahren kann.

Was die Zukunft anbelangt, wird man sich an ganz neue Ensembles neben oder statt der Traditionsvereine gewöhnen müssen. Da ist sich der junge Musikdirektor Levermann ganz sicher. Überall sprießen Gospel-Spiritual-, Barbershop- oder Close-Harmony-Formationen aus dem Boden und die Jugend begeistert sich mehr und mehr dafür. Als Beispiele konnten hier die von Roland Steingießer geleitete Harmony oder der erst in diesem Frühjahr ins Leben gerufene Holzweiler Gospelchor dienen.

Naturgemäß waren die Traditionsvereine in der Überzahl und ihr Programm stieß sich, zugegeben, manchmal hart im Raum. Aber diese Vielfalt im Vereinsgesang hat heute Existenzberechtigung.

Vor allem die Holländer glänzten, nicht nur weil sie jeweils den krönenden Abschluss bildeten. Dabei wussten vor allem die erstmals hier auftretenden Anthony Singers nach Vorbild der Kind Singers besonders auch Prof. Schmoll zu gefallen. Der Koor St. Cäcilia Hulsberg und der Enschede Byzantijns Kozakkenkoor sorgten für das krönenden Finale nach einem Gesangsmarathon von 19 Chören.

Der MGV Braunsrath erklärte sich bereit, solch eine Veranstaltung auch auf eigene Kosten zu wiederholen, weil spürbar wurde, welch eine neue Aufbruchstimmung für den Männergesang von dem Festival ausging.