Heinsberg: Meister Yuichi Imai bringt wertvolles Instrument

Heinsberg : Meister Yuichi Imai bringt wertvolles Instrument

Die Vorbereitungen zum im Mai anstehenden Internationalen Gitarrenfestival laufen auf Hochtouren. Jetzt gab es schon ersten Besuch aus Japan mit einem Gastgeschenk der ganz besonderen Art.

Gitarrenbaumeister Yuichi Imai aus Tokio überreichte den Heinsberger Organisatoren ein exquisites Instrument aus seiner Werkstatt.

Wenn ab dem 19. Mai die besten jungen professionellen klassischen Gitarristen aus 27 Nationen beim 3. Internationalen Gitarrenwettbewerb in Heinsberg wetteifern, dann geht es dabei nicht nur um die Ehre. Der Wettbewerb dient den maximal 32 Jahre alten Musikern vor allem als Karrieresprungbrett.

Um tatsächlich als solches fungieren zu können, gibt es in Heinsberg deutlich mehr als die Preisgelder von insgesamt 8000 Euro zu gewinnen. In diesem Jahr gehören hochkarätige Konzertengagements in mindestens sechs Ländern zu den Preisen. Um die Möglichkeit zu solchen Gastspielen weiter auszubauen, erweitern die Organisatoren aus der Kreisstadt permanent ihre Partnerschaften mit namhaften internationalen Veranstaltern.

Neben Geld und Konzertengagements sind in Heinsberg allerdings schon seit der ersten Ausgabe in 2005 immer auch Sachpreise mit ausgeschrieben. Der wichtigste davon ist ein Instrument der Spitzenklasse für den Gewinner. Dieses repräsentiert nicht nur einen erheblichen Geldwert. Instrumente der internationalen Spitzenklasse werden allesamt von Gitarrenbaumeistern in Handarbeit und kleiner Auflage hergestellt. Entsprechend gibt es bei den gefragtesten oft lange Wartelisten, so dass selbst der Musiker, der das notwendige Geld zur Verfügung hat, oft lange warten muss, bis er sein Wunschinstrument endlich in Händen hält.

Zu den weltweit renommiertesten Meistern seiner Zunft gehört Yuishi Imai. Insgesamt nur etwa 20 Instrumente baut der für seine handwerkliche Perfektion fast legendäre Japaner im Jahr. Ausschließlich Hölzer erlesenster Qualitäten kommen, teilweise im eigenen Lager gleich mehrere Jahrzehnte abgelagert, bei seinen Instrumenten zum Einsatz. Durch den hervorragenden persönlichen Kontakt des Meisters zu Roman Viazovskiy von der Heinsberger Musikschule gelang es, ihn dazu zu bewegen, ein Instrument seiner besten Kategorie zur Verfügung zu stellen. Jetzt reiste Imai eigens an, um dieses persönlich zu übergeben.

Glänzende Augen gab es bei der Übergabe im Hause Viazovskiy bei allen Beteiligten, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Während sich für den Gitarrenbauer auch nach mehr als 30 Berufsjahren die Trennung von einem Instrument immer noch wie der Auszug eines Kindes aus dem Elternhaus anzufühlen scheint, schloss sich für Roman Viazovskiy auch ein ganz persönlicher Kreis: 1997 hatte er bei einem seiner ersten großen Wettbewerbserfolge seine erste Imai gewonnen. Die Inspiration durch dieses Instrument und die Arbeit erwiesen sich als eine wesentliche Grundlage der folgenden Karriere.

Nachdem ein weiteres Instrument bei einem Kunden in Paris abgeliefert ist, kehrt Meister Imai jetzt zunächst noch einmal nach Japan zurück, bevor er zum Wettbewerb im Mai wieder nach Heinsberg kommt. Natürlich will er selber sehen, in wessen Hände das Instrument denn letztlich übergeht.

Zusätzlich will er sich auch mit einem oder zwei Instrumenten an der Festivalbegleitenden Ausstellung beteiligen. Diese bietet jedermann die Möglichkeit, Spitzeninstrumente von Meistern wie Imai, Römmich oder Panhuyzen live zu bewundern und mit ihren Erbauern zu reden.