Meißner ist zu weit gegangenen

Meißner ist zu weit gegangenen

Kreis Heinsberg (an-o) - In den katholischen verbänden und Institutionen gibt es zu viele laue Christen. Mit dieser Behauptung ist Joachim Kardinal Meißner auf heftige Kritik gestoßen Regionaldekan Günter Meis: "Mit seiner Pauschalierung ist Meißner zu weit gegangen."

In seiner Eigenschaft als Regionaldekan ist Günter Meis, Pfarrer in Heinsberg-Unterbruch, auch Vorgesetzter von rund 300 Frauen und Männer, die in den katholischen Einrichtungen wie Kindergärten, Jugendheim, Pflegestationen, Beratungsstellen und Altenheimen mit großem Engagement ihre Arbeit verrichten. Günter Meis gestern auf Anfrage zu den "Nachrichten": "Von daher habe ich einen Einblick in die Situation und weiß daher, dass die Menschen dort ihren Glauben überzeugend und bezeugend leben."

Der Regionaldekan legt aber großen Wert darauf, dass zum Glauben auch Zweifel gehören. "Meis weiter: "Und es muss in der katholischen Kirche möglich sein, diese Zweifel auch zu leben. Auch die Apostel haben gezweifelt. Wer noch nie gezweifelt hat, hat wahrscheinlich auch noch nie richtig geglaubt."

Auch Verständnis

Auf der anderen Seite hat Regionaldekan Günter Meis aber auch Verständnis für den Kölner Kardinal, wenn dieser an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kirchlichen Institutionen und an die Mitglieder in den katholischen Verbänden und Organisationen appelliert, sich ihres Glaubens nicht zu scheuen, sondern ihn durch ihr Leben zu verkünden. Meis weiter. "Zwischen Tun und Glauben darf keine zu große Kluft klaffen. Das der Kardinal in seiner Predigt, die so viel Unmut ausgelöst hat, daran erinnert, das finde ich ganz gut. Aber bekanntlich macht der Ton die Musik. Und da hat Meißner sich sicherlich im Ton vergriffen. Pauschal zu behaupten, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Einrichtungen âWischi-Waschi-KatholikenÔ sind, das kann man nicht sagen, das stimmt auch nicht."