Heinsberg: Mehr als nur persönliche Erinnerungen

Heinsberg : Mehr als nur persönliche Erinnerungen

Heinz Koulen präsentiert mit dem neuen Buch „Nach 60 Jahren... - Eine Klasse des Heinsberger Gymnasiums im Krieg und danach” ein Stück Heinsberger Heimatgeschichte.

Heinz Koulen aus Jülich gehörte auch dazu, als sich 19 ehemalige Schüler des Kreisgymnasiums Heinsberg im Oktober 2003 nach 60 Jahren beim ersten Klassentreffen in der Gaststätte „Janses Mattes” in Heinsberg wieder sahen.

„Nach 60 Jahren... - Eine Klasse des Heinsberger Gymnasiums im Krieg und danach” lautet der ungewöhnliche Titel eines noch ungewöhnlicheren Buches, in dem Heinz Koulen Lebenserinnerungen und Schicksale seiner ehemaligen Klassenkameraden zusammengetragen hat.

Ein Klassenfoto von 1938, das 41 erwartungsvoll dreinschauende Jungen am Beginn ihrer höheren Schullaufbahn mit ihren Klassenlehrer Studienrat Dr. Philipp Gotzes zeigt, gab den Anstoß - zunächst zu einem Klassentreffen und dann zum Buch, das jetzt bei einem weiteren Treffen vorgestellt wurde. Im Prolog zum Buch hat Koulen auch die Geschichte des Klassentreffens festgehalten.

Das Klassenfoto fiel dem ehemaligen Pennäler Josef Heinrichs-Eins, mittlerweile in Ehren ergrauter Pfarrer in Rente aus Wassenberg, in die Hände. Seinen Gedanken „Man sollte versuchen, den ,alten Haufen oder das, was davon geblieben ist, noch einmal zusammenzubringen”, setzte Koulen in die Tat um. Bei seinen Recherchen erwies sich bald, dass im Laufe der Jahre 1938 bis 1943 viele Schüler aus der Anfangsklasse ausgeschieden, andere hinzugekommen waren und mittlerweile viele nicht mehr unter den Lebenden weilen. Von der Schulbank weg wurden viel zum Arbeits- oder Kriegsdienst herangezogen. Fünf von ihnen kehrten aus dem Krieg nicht zurück.

Kein Zufall war es, dass sich die 19 Ehemaligen schließlich in der Gaststätte trafen, die heute vom Sohn des ehemaligen Mitschülers Leo Bleilevens geführt wird. Einige von ihnen hatten sich mehr als ein 50 Jahre nicht gesehen. Zudem schickten weitere Ehemalige Grußbotschaften. Alle hatten viel zu berichten. Allein ihr Lebensweg seit der Trennung in 1943 war so bemerkenswert, dass schließlich die Idee im Raum stand, die Berichte zu sammeln und daraus ein zeitgeschichtliches Dokument zu erstellen.

Heinz Koulen griff die Anregung als Autor auf und realisierte das Projekt. Entstanden ist ein 180-seitiges Buch mit faszinierenden persönlichen Berichten und Recherchen über gefallene oder verstorbene Klassenkameraden. „Auch wenn die Sammlung unvollständig ist, da nicht alle Ehemaligen aufgespürt werden konnten”, sagt Heinz Koulen, „ist das Buch mehr als nur persönliche Erinnerung einer Schulklasse. Viele Namen, die darin zu finden sind haben in unserer Region besondere Bedeutung.”