Städteregion: Mehr als 150 Baumaßnahmen für marode Brücken, Straßen und Radwege

Städteregion : Mehr als 150 Baumaßnahmen für marode Brücken, Straßen und Radwege

Zwei Jahre lang haben Fachleute der Städteregion, zum Teil unterstützt von Experten aus externen Ingenieurbüros, die Kreisstraßen, Brücken, Stützmauern und Radwege zwischen Baesweiler und Monschau eingehend auf Bauschäden untersucht und bewertet.

Die Ergebnisse haben sie in einem 240 Seiten starken „Ausbau- und Instandhaltungsprogramm (AIP) 2014“ festgehalten. Jetzt steht fest: Die Städteregion muss in den kommenden Jahren viele Millionen Euro in ihr Straßennetz investieren — zusätzlich zu den jährlich rund 600.000 Euro, die für laufende Unterhaltungsmaßnahmen anfallen.

Für die Jahre 2015 bis 2018 geht die Verwaltung von einem Investitionsvolumen von jeweils rund vier Millionen Euro aus, um die schlimmsten Schäden beseitigen zu können. Die Hälfte davon muss die Städteregion selbst aufbringen, die andere Hälfte wird aus Fördermitteln finanziert.

Darauf, ob und wann das Geld fließt, hat die Städteregion jedoch kaum Einfluss. „Im Oktober wird es dazu Gespräche mit dem Land und der Bezirksregierung geben“, sagt Hubert Philippengracht, Leiter des städteregionalen Amtes „Immobilienmanagement und Verkehr“, und betont, dass bei vielen Maßnahmen der Baubeginn abhängig von der Förderung sei. „Für die Radwege an der K6 und an der K14 liegen komplette Planungen vor. Aber es gibt noch keinen Förderbescheid vom Land. Da müssen wir abwarten“, bedauert er.

Knifflige Planung

Beide Radwege haben die Fachleute aufgrund des schlechten baulichen Zustandes in die Liste „Priorität 1“ aufgenommen. Zusammen mit weiteren 68 mehr oder weniger großen Sanierungsmaßnahmen an 22 Kreisstraßen. Es sind alles Vorhaben, die bis zum Jahr 2018 realisiert werden sollen. In diese Kategorie fallen vor allem Brücken und Bauwerke, aber auch Radwege wie der an der K6 von Stolberg nach Eschweiler, der an der K10 in Alsdorf und der an der K14 von Aachen nach Stolberg.

Vier Brücken müssen neu gebaut werden: die Brücke Bilstermühle I an der K13 in Aachen-Krauthausen, die Kalbrücke an der K19 in Simmerath, die Rurbrücke an der K21 in Monschau (sie hat mit der Note 4,0 die mit Abstand schlechteste Brückenbewertung erhalten) und die Brücke Viehtrift Eich an der K35 in Oberforstbach. Bei weiteren neun Brücken sind Instandsetzungen erforderlich.

Und das kann ganz schön knifflig werden. Philipp Luckner vom zuständigen Fachamt nennt die Brücke Langwahn an der K33 in Eschweiler als Beispiel. Diese Brücke über die Inde ist nämlich nicht nur Bindeglied zwischen der stark befahrenen Bundesstraße 264 (Indestraße) und dem Verkehrsknoten K 33/Dechant-Deckers-Straße.

Unmittelbar vor beziehungsweise hinter der Brücke befinden sich zudem der zentrale Bushof von Eschweiler und das St.-Antonius-Hospital. „Während der Baumaßnahme muss natürlich die Zufahrt zum Krankenhaus gewährleistet sein. Deshalb bedarf es dort eines intensiven Planungsvorlaufs“, sagt Luckner.

Bis zu drei Jahre kann das dauern, deshalb ist laut Amtsleiter Philippengracht frühstens 2017 mit dem Baubeginn zu rechnen. Dann wird es aber wohl auch Zeit. Die Brücke hat bei der Überprüfung die Note 2,9 erhalten und liegt damit gerade eben noch in der Klasse „noch ausreichender Bauwerkszustand“, mit der Note 3,0 beginnt der „kritische Bauwerkszustand“.

Zusätzlich zu den 70 Maßnahmen der Prioritätsstufe 1 sind im AIP 82 Maßnamen der Priorität 2 beschrieben, deren Umsetzung für die Jahren 2019 bis 2023 vorgesehen ist, sowie 13 als „Zukunftsvisionen“ bezeichnete Vorhaben für die Zeit danach. Dazu gehören vor allem der Bau von Kreisverkehren — etwa an der K10 in Alsdorf und der K27 in Baesweiler — und der Ausbau von Rad- und Gehwegen.

Die Städteregion ist für Bau und Instandhaltung von 116 Kilometer Kreisstraßen zuständig, davon rund 41 Kilometer Ortsdurchfahrten. Zum Kreisstraßennetz, das auch etwa 27 Kilometer Straßen in der Stadt Aachen umfasst, gehören zudem etwa 60 Brücken und Stützmauern sowie 50 Kilometer Radwege, Radfahrstreifen und Schutzstreifen.

Das komplette Ausbau- und Instandsetzungsprogramm ist im Internet zu finden, als Anlage zur Sitzungsvorlage Nr. 2014/0297 für den Bauausschuss im öffentlichen Teil des sogenannten Ratsinformationssystems. Dorthin kommt man über den Button „Politik“ auf der Homepage der Städteregion.