Städteregion: Medizinisches Zentrum wird zum Rhein-Maas Klinikum

Städteregion : Medizinisches Zentrum wird zum Rhein-Maas Klinikum

Das Medizinische Zentrum der Städteregion Aachen und der Deutschen Rentenversicherung Bahn-See in Würselen (MZ) wird umbenannt und heißt ab 1. Juli offiziell „Rhein-Maas Klinikum“, die Unterzeile lautet „Städteregion Aachen/Würselen“.

Dies sagte auf Nachfrage unserer Zeitung Geschäftsführer René A. Bostelaar. An diesem Tag wird das 50-jährige Bestehen des Krankenhauses gefeiert. Über die Namensänderung wurde am Mittwochabend die Belegschaft in einer Versammlung informiert.

Die Umbenennung geht einher mit einem Farbwechsel. Das blasse Blau-Grün im Logo auf Briefköpfen und auf der Homepage weicht einem kräftigen und warmen Rot-Ton namens Pantone. „Die Farbe der Knappschaft“, sagte Bostelaar. Also eine Verbeugung vor dem Mitgesellschafter. Das kräftige Grau der Schrift erinnert an die Geschichte der Region, die durch den Bergbau geprägt wurde, und die Bedeutung des Knappschaftskrankenhauses.

Rot und Grau kommen bereits seit einiger Zeit in den Einrichtungen des MZ zum Zuge — bei jeder Bau- und Gestaltungsmaßnahme im Rahmen des Masterplans, mit dem das Krankenhaus modernisiert und zukunftsfähig gemacht werden soll. Es wurden bereits 33 Millionen Euro für Baumaßnahmen und 18 Millionen für medizinisches Gerät investiert. Vor kurzem wurde der Anschluss-Masterplan 2021 vorgestellt, der weitere Investitionen in Höhe von 20 Millionen Euro vorsieht, um unter anderem neue OP-Säle am Standort Marienhöhe zu bauen und auch die Lungenheilkunde und die Urologie von Bardenberg nach Würselen-Mitte verlegen zu können.

Zudem wird in einem Anbau die Notfallpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung untergebracht. Der Städteregionstag wird sich in seiner Sitzung am 6. April mit der Fortschreibung des Masterplans und damit verbundenen Bürgschaften befassen. „Wir haben uns schon länger mit dem Thema Umbenennung befasst, um ein Signal zu setzen, dass die Qualität der medizinischen Leistungen erheblich gesteigert wurde und wird“, sagte Geschäftsführer Bostelaar. „Wir müssen nach außen deutlich machen, dass sich vieles verändert hat und noch verändern wird — alles im Sinne der Patienten und der Sicherung des Krankenhauses.“

In die Namensfindung seien Vertreter der Ärzteschaft, des Pflegepersonals, der Betriebsrat und natürlich die Gesellschafter des (Noch-)MZ einbezogen worden. Dabei hätten die Meinungen weit auseinander gelegen. Die Rede sei unter anderem von „Nordkreis-“ und „Kaiser-Karl-Klinikum“ gewesen. Schließlich sei man mit Blick auf das weitere Einzugsgebiet und den Wettbewerb mit anderen Krankenhäusern auf Euregio und letztlich auf Rhein-Maas gekommen, wobei die „Verortung“ durch die Ergänzung Städteregion und Würselen gewährleistet werde.

„Wir wollen mit unverwechselbaren und spezifischen Leistungen zum Beispiel im Bereich Neurologie und Schmerztherapie einen erweiterten Patientenkreis ansprechen.“ Laut Bostelaar sind Patienten durchaus bereit, „60 oder 70 Kilometer zu fahren, um spezielle medizinische Leistungen in Anspruch nehmen zu können“. Er denkt dabei an die nahen Niederlande und Belgien, aber auch an die Rheinschiene. Mittlerweile würden mehrere Professoren am MZ arbeiten, teilweise als Oberärzte, was die Qualität eines Klinikums untermauere.

Markante Ortsmarke im neuen Logo ist der Neubau (rot) mit Hubschrauberlandeplatz (grau) am Standort Marienhöhe. „Das Gebäude ist schon von weitem zu erkennen. Wir hoffen mit dem neuen Name und der Gestaltung die Mitte der Gefühle und Vorstellungen der Menschen getroffen zu haben“, sagte Bostelaar. Bei der Fusion von Knappschaftskrankenhaus Bardenberg und Marienhöhe vor einigen Jahren seien solche Aspekte leider zu kurz gekommen.

„Die Menschen müssen die Werte spüren. Auch wenn Patienten auch mal warten müssen, sollen sie sich aufgenommen und betreut fühlen“, will Bostelaar durch ein neues Leitbild in Kooperation mit den Bediensteten deutlich machen. So sollen die Unternehmensziele in zehn Hauptpunkten für die „neue“ Rhein-Maas Klinik formuliert werden. Das soll im Mai in einem großen Workshop mit 120 Beteiligten geschehen.

Umbenennung, Neugestaltung des Logos, die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und die fortschreitende Modernisierung des Krankenhauses sollen in einer großangelegten Marketingkampagne der Bevölkerung nahegebracht werden. Bostelaar: „Wir wollen uns als Marke profilieren.“