Erkelenz: Mathissen zeigt Mut beim „Raketenstart”

Erkelenz : Mathissen zeigt Mut beim „Raketenstart”

Ein bisschen Wehmut schwang schon mit, als Bürgermeister Erwin Mathissen am Donnerstagnachmittag mit dem Fassanstich den 29. Lambertusmarkt in Erkelenz eröffnete.

Begutachtet von Marita Schupp, die mit ihrer Firma Kulvera den historisch angehauchten, unterhaltsamen Teil des Lambertusmarktes für die Stadt Erkelenz organisiert, wurde Mathissen zum letzten Mal als Bürgermeister tätig. Er machte seine Sache gut, verschüttete keinen Tropfen des edlen, kostenlosen Gebräus und stieß mit den Gästen an, die auf den Markt gekommen waren.

„Das bisschen Regen kann uns nicht stören”, meinte er in Anbetracht der Tropfen, die vom Himmel fielen. „Sie sorgen nur für angenehmere Temperaturen.” Aber er wäre sich sicher, dass der Regen bald aufhöre.

In Erkelenz würde man immer gerne und gut feiern. Dazu lud er alle Besucher aus nah und fern ein, unter anderem auch die Ehrengäste der Stadt, Bürgermeister Dr. Werner Rauball aus Bitterfeld und Dr. Mathias Hofmann aus Thum im Erzgebirge.

Mit beiden Städten verbindet Erkelenz ebenso eine enge Partnerschaft wie mit den Freunden aus St. James, die ebenfalls zum Lambertusmarkt kommen werden. Zeit dazu ist noch, denn der Markt dauert fünf Tage lang und bietet neben der herkömmlichen Kirmes ein unterhaltsames Programm auf den Bühnen am Alten Rathaus.

Konzerte mit guten Bands, Unterhaltung für Jung und Alt sowie Shows mit Künstlern, die bereits auf vielen Bühnen der Welt gestanden haben, kündigte Moderater Alexander Flasshoff an.

Mit seiner Wetterprognose behielt Mathissen Recht. Als er nach der Eröffnung des Geschehens auf dem Markt zur Eröffnung des Kirmesrummels schritt, hörte der Regen auf.

Musikalisch begleitet vom Musikverein Granterath und vom Trommler- und Pfeifercorps Lövenich marschierte Mathissen mitsamt seinen Freunden, Ratskollegen, Schaustellern und weiteren Gästen durch die Innenstadt zu den einzelnen Fahrgeschäften. Dort ging es hoch hinaus.

Zunächst stand das Riesenrad an, das einen Blick aus 45 Meter Höhe auf die Stadt und das Erkelenzer Land erlaubt. „Da oben können Sie sehen, wie grün unsere Stadt ist”, pries Mathissen die Gratisfahrt an. Nicht alle Ratskollegen trauten sich in die Höhe, sie beobachteten lieber vom Boden aus die Rundreise der Schaulustigen.

Doch bot das Riesenrad nur einen Vorgeschmack auf tatsächliche Höhe. Nächste und spektakulärste Station des Rundgangs war der Sky-Rider vor der Kreis- und Stadtbücherei. Dort ging es in einer Kabine katapultartig aufwärts.

Auch beim „Raketenstart” von null auf hundert in zwei Sekunden zeigte der Erste Bürger, begleitet vom Vorsitzenden des Schaustellerverbands Erkelenz, Bruno Dreßen, großen Mut, derweil viele Ratsvertreter und Ehrengäste zauderten. Lediglich SPD-Ratsherr Peter Fellmin und CDU-Bürgermeisterkandidat Peter Jansen ließen sich unerschrocken ebenfalls in die Höhe jagen.

Mehr und mehr füllte sich die Innenstadt während der Eröffnungsfeier, manch einer war froh, wenn er vor der Bühne am Markt noch einen Sitzplatz bekam, als die erste Nachmittagsshow eröffnet wurde. Staunend wurde da etwa das „Schweben an den Zöpfen” von Tsen-Hai Sun und der „Teller-Tanz” von Shao-Thing betrachtet oder die Kautschukakrobatik von Robix. Schon am Nachmittag freuten sich viele auf den ersten musikalischen Höhepunkt des Lambertusmarktes: auf das Konzert der Räuber.

Viele, die am Donnerstag nach Erkelenz gekommen waren, die kommen heute wieder - die gelungene Mischung machts eben.