Erkelenz: Martinsessen soll vereinsamten Menschen helfen

Erkelenz : Martinsessen soll vereinsamten Menschen helfen

Immer mehr Menschen leiden unter Einsamkeit. Vor allem im Alter, durch Krankheit oder Arbeitslosigkeit sind viele Bürger betroffen.

Deshalb hatte Ursula Rothkranz, Gemeindereferentin bei der Pfarre St. Lambertus, eine gute Idee: Sie rief ein Projekt ins Leben, das bedürftigen und einsamen Menschen ein gemeinsames Martinsessen ermöglicht.

„Durch meine Arbeit bin ich mit den verschiedenen Ausformungen von Armut in Erkelenz konfrontiert”, berichtet sie. Oftmals vereinsamen Menschen durch den Tod des Ehepartners. Sie ziehen sich aus dem öffentlichen Leben zurück und gehen kaum noch vor die Tür. „Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar”, weiß die Gemeindereferentin.

Auch durch ihre Zusammenarbeit mit der Tafel wurde sie für das Thema sensibilisiert. Die Tafel in Erkelenz unterstützt rund 150 Familien mit 600 Personen regelmäßig mit Nahrungsmitteln. Darüber hinaus gibt es aber auch Menschen, die das Hilfsangebot der Tafel nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie es könnten.

Die Idee zu dem Martinsessen im Pfarrsaal entstand bei einer Klausurtagung des Gemeinderates. „Die Resonanz war gut”, erinnert sie sich. Auch der Runde Tisch Caritas (RTC), den Rothkranz mit den aktiven Ehrenamtlern aus Erkelenz und den Filialgemeinden ins Leben gerufen hat, war zur Mitarbeit bereit.

Am Freitag, 4. November können bis zu 150 Gäste im Pfarrsaal an dem Festessen teilnehmen. Damit es auch eine breite Zielgruppe anspricht, werden zwei verschiedene Fleischgerichte angeboten. „Es soll gesund sein und allen schmecken.” Aus der Erkelenzer Gastronomie und Geschäftswelt fanden sich schon Spender und Helfer, die dazu beitragen wollen, die Idee auch in die Tat umzusetzen.

Benötigt werden rund 2000 Euro. Das Geld werde für keinen anderen Zweck verwendet, wie Rothkranz betont. Sollte etwas übrig bleiben, werde es als Grundstock für das nächste Jahr verwendet. Dabei geht es vor allem darum, den einsamen Menschen eine willkommene Abwechslung zu bieten und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.

„Viele, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen könnten, melden sich nicht”, weiß sie aus Erfahrung. Stolz und Scham hindern sie daran, sich anderen Menschen anzuvertrauen und um Hilfe zu bitten. Da viele der Betroffenen auch in den umliegenden Dörfern wohnen, wird ein kostenloser Fahrdienst eingerichtet, der in Anspruch genommen werden kann.

Freiwillige Helfer sind im Organisationsteam noch herzlich willkommen. Wenn die Idee angenommen wird, ist eine Fortsetzung einmal pro Jahr geplant. „Wir sind offen und gespannt, wohin sich die Aktion entwickeln wird”, betont Rothkranz.

Der Runde Tisch Caritas (RTC) trifft sich wieder am 20. September, 19 Uhr, im Saal des Pfarrzentrums St. Lambertus. Interessenten sind herzlich willkommen. Auch per Mail an ulwyro@gmx.de erteilt Gemeindereferentin Ursula Rothkranz Informationen.

Das Martinsessen wird am Freitag, 4. November, ab 17 Uhr, ebenfalls im Pfarrsaal stattfinden. Bis zu 150 Gäste können nach vorheriger Anmeldung kostenlos teilnehmen.

Die Anmeldung kann auch anonym erfolgen. Sie sollte aber verbindlich sein. Eine schriftliche Nachricht an Ursula Rothkranz in den Briefkasten der Pfarrgemeinde reicht aus.