Erkelenz: „Markt so leer wie seit Jahren nicht mehr”

Erkelenz : „Markt so leer wie seit Jahren nicht mehr”

Der Stammtisch der CDU stand ganz im Zeichen des letzten Lambertusmarktes. Der hatte in diesem Jahr eine Menge Neuerungen präsentiert, die vom Publikum teilweise nicht angenommen worden seien, so der Tenor.

Die „Nachlese”, zu der die Christdemokraten eingeladen hatten, entpuppte sich als überaus kritische Bestandsaufnahme der vermeintlichen Fehler und Mängel des 33. Marktes, der erstmals nicht von dem jahrelang verantwortlichen Unternehmen Kulvera veranstaltet worden war.

Kulvera-Chefin Marita Schupp hatte nach ursprünglichen Zusage Anfang Januar aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Die Organisation lag in den Händen der neu gegründeten Kultur GmbH, die die Kölner Eventagentur von der Gathen ins Boot geholt hatte. Deren Konzept sie sicherlich gut durchdacht gewesen, hatte aber nach Ansicht der Stammtischteilnehmer eine Reihe von Mängeln. Für den Gewerbering brachte es Stephan Schüren eindeutig auf den Punkt.

Er habe an allen Tagen des Marktes niemanden getroffen, der zufrieden gewesen sei, betonte er. „Das war kein Lambertusmarkt, wie man ihn in Erkelenz gewohnt ist”, urteilte er. „Das reichte nicht an die frühere Qualität heran.” Dabei hatten es die Veranstalter gut gemeint: Jeder Abend war mit einem thematisch eindeutigen Bühnenprogramm versehen worden. So gab es zum Beispiel eine „Kölsche Nacht” und eine „Hitparade”, mit denen das Publikum angelockt werden sollte. Die Bühne stand erstmals mit dem Rücken zum St. Lambertus, wodurch der Platz auf dem Markt besser ausgenutzt werden sollte.

Neu war auch die großflächige Bestückung mit Tischen und Stühlen, die von den meisten Anwesenden als störend empfunden worden sei. Ebenso wurde die Auswahl der Künstler bemängelt. Erstklassige Namen hätten eindeutig gefehlt, betonte Schüren. Dies habe dazu geführt, dass der Markt „so leer wie seit Jahren nicht mehr” gewesen sei. Bemängelt wurde auch, dass die von den Schaustellern zur Verfügung gestellten Kirmestaler zu schnell vergriffen seien und nicht an allen Ständen als Zahlungsmittel akzeptiert worden wären.

Die Gastronomie habe, so Schüren, auch die Platzierung der Fahrgeschäfte bemängelt, die sich teilweise geschäftsschädigend ausgewirkt hätte. Die Ortsverbandsvorsitzende Karin Mainka erklärte, dass die in diesem Jahr gemachten Erfahrungen im kommenden Jahr zu einem eindeutig besseren Programm führen sollten. Ihr Stellvertreter Harald Schlösser erklärte mit Blick auf die Nachbargemeinden, dass in Erkelenz „auf hohem Niveau geklagt” würde.

Dieses Niveau gelte es jedoch auch zu halten, erwiderte Schüren. Die Fehler bei der Planung könnten auch nicht auf die Kürze der zur Verfügung stehenden Zeitspanne zurückgeführt werden. Seit Januar hätte die Kultur GmbH nach dem überraschenden Rücktritt von Kulvera Zeit gehabt, gemeinsam mit dem Kölner Unternehmen ein geeignetes Programm auf die Beine zu stellen. Nun bleibe zu hoffen, dass die Organisatoren aus den Fehlern dieses Jahres für die Planung der zukünftigen Märkte gelernt hätten.