Hückelhoven: Mann sticht auf 61-Jährige ein und springt aus Hochhaus

Hückelhoven : Mann sticht auf 61-Jährige ein und springt aus Hochhaus

Was sich genau am Freitagmorgen an der Hückelhovener Rheinstraße abgespielt hat, lässt sich derzeit nur erahnen. Lediglich das traurige Resultat steht fest — zwei lebensgefährlich verletzte Menschen. Die Rettungsleitstelle und die Polizeileitstelle des Kreises Heinsberg wurden gegen 8.30 Uhr über eine schwer verletzte Frau informiert, die in einem mehrstöckigen Haus an der Rheinstraße in ihrem Blut liege.

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Als die Rettungskräfte am beschriebenen Ort eintrafen, fanden sie die 61-jährige Frau vor. Nach Informationen unserer Zeitung mit mehreren Einstiche im Brustbereich und Abwehrverletzungen an den Händen.

Nach ersten Zeugenaussagen war ein Mann vom Tatort geflüchtet. Er sei dann in einen Wagen gestiegen und davongefahren. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 68-jährigen Mann aus Neuss handeln könnte. Deshalb wurde auch im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung die Neusser Polizei über den Vorfall informiert. Die Frau erlitt durch den Angriff lebensgefährliche Verletzungen und musste nach notärztlicher Versorgung mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Aachen geflogen werden.

Als zivile Beamte der Neusser Polizei die Wohnanschrift des möglichen Täters aufsuchten, stand der in Hückelhoven beschriebene Pkw vor dem Haus. Zu dem, was nun geschah, gehen die Meinungen jedoch auseinander. Nach Aussage der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach habe ein Bewohner des Hauses gemeldet, dass sich ein Mann, noch bevor die Beamten das Gebäude am Hubertusweg betraten, soeben von einem Balkon des Hochhauses in die Tiefe gestürzt habe. Gegenüber der Presse erklärten jedoch Nachbarn des Mannes, dass er erst gesprungen sein soll, als die Polizei versuchte, sich Zutritt zu seiner Wohnung zu verschaffen.

Der 68-Jährige erlitt schwerste Verletzungen und wurde in ein Neusser Krankenhaus gebracht. Obwohl seine Identität laut Staatsanwaltschaft noch nicht hundertprozentig ermittelt werden konnte, gehen die Neusser Ermittler davon aus, dass es sich um den Tatverdächtigen aus Hückelhoven handelt. Dem Vernehmen nach lebte er in einem Ein-Zimmer-Appartement im 7. Stock des Wohnhochhauses in Neuss-Reuschenberg. Bis vor zwei Jahren soll er als Vorstands-Chauffeur eines großen deutschen Konzerns gearbeitet haben, ansonsten lebte er offenbar sehr zurückgezogen.

Ob es sich um ein Beziehungsdrama handelt, steht noch nicht fest.

Der mutmaßliche Täter stürzte sich aus diesem Haus in Neuss sieben Stockwerke in die Tiefe. Foto: Marc Herriger
(her)
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