Mahlen, so präzise wie ein Uhrwerk

Mahlen, so präzise wie ein Uhrwerk

Rickelrath (an-o) - Aus Anlass des 10. Deutschen Mühlentages zog es viele Pfingstausflügler im Kreisgebiet zur Besichtigung in die zahlreichen Mühlen. Zum Beispiel zur Schrofmühle nach Rickelrath.

Etwas geduckt an der Straße von Wegberg nach Rickelrath liegend macht die Schrofmühle auf den ersten Blick keinen besonderen Eindruck.

Das ändert sich jedoch, sobald man den Hof des Gebäudes betritt, in dem seit über 400 Jahren Korn gemahlen wird. Seit sieben Generationen befindet sich die Mühle im Besitz der Familie von Theo Schmitz.

Der ehemalige Leiter der Erkelenzer Berufsschule hat die eigentliche Mühle, die um 1950 stillgelegt wurde, vor dem Verfall gerettet. "Wir haben sie damals als werdende Ruine übernommen", beschreibt er den Zustand des Gebäudes. Seine Großeltern waren noch aktive Müller. Schon in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts verschlammte der Mühlteich, der aus dem Mühlbach gespeist wird, derart, dass ein Dieselmotor eingebaut werden musste, um die Mühlsteine in Bewegung zu halten.

Wie aus dem Bilderbuch

Theo Schmitz, der sich auch im Rheinischen Mühlenverband engagiert, fügt hinzu, dass der Teich erst in den 80-er Jahren mit Hilfe des Schwalmverbandes restauriert und entschlammt werden konnte. Heute erstreckt sich, versteckt von der Straße, ein Mühlteich wie aus dem Bilderbuch, der auch wieder in der Lage ist, die restaurierte Anlage in Bewegung zu halten.

Das Mühlrad schafft es dann bei der Demonstration vor den zahlreich erschienenen Gästen auch tatsächlich, die Kraft des Wassers über ein hölzernes Zahnradsystem die beiden tonnenschweren Mühlsteine zu bewegen. Diese Anlage, und darauf legt Schmitz besonderen Wert, ist jederzeit in der Lage, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Die Zahnräder aus Buchenholz bewegen sich fast lautlos und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.

Nur noch auf Bestellung

Die Geschichte der Schrofmühle geht bis weit ins Mittelalter zurück. Erste nachweisliche Erwähnungen weisen ins 16. Jahrhundert und stammen, wie sollte es anders sein, aus den Steuerlisten der Kirche. Der älteste Teil der Schrofmühle ist der so genannte "Kollegang", wohinter sich eine für damalige Verhältnisse geniales System der Kraftübertragung verbirgt, mit dessen Hilfe zwei gigantische Mühlsteine Leinöl pressten und Leinmehl als Kraftfutter herstellten.

Heute läuft die Schrofmühle nur noch auf Bestellung. Vor allem Schulklassen und Vereine besuchen die Mühle für eine ausführliche Demonstration des alten Müllerhandwerks in authentischer Umgebung. Kleine Tüten mit Backwerk aus vor Ort gemahlenem Mehl runden den Eindruck positiv ab.

Wer mit einem Besuch der Schrofmühle nicht bis zum nächsten Mühlentag warten möchte, kann unter Telefon 02431/2642 einen Besichtigungstermin vereinbaren.