Höngen: „Mag kommen, was will, die Schwestern sind immer”

Höngen : „Mag kommen, was will, die Schwestern sind immer”

Gleich sieben Pastöre am Altar, so einen Festgottesdienst hatte Höngen selten erlebt.

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde das 75-jährige Ordensjubiläum der Caritasschwestern vom heiligen Josef in der Pfarrkirche St. Lambertus gefeiert.

Vom Bistum Aachen war eigens Prälat Heinemann nach Höngen gekommen. In seiner Predigt würdigte er die Verdienste der noch verbliebenen sechs Caritasschwestern mit Mutter Oberin Schwester Rita an der Spitze.

In der ersten Reihe saßen neben der Mutter Oberin die Schwestern Anita, Nutburga und Theresia. Die beiden Schwestern Agatha und Basildis konnten wegen Krankheit nicht am Festgottesdienst teilnehmen.

„Sie haben schnell ihre Berufung entdeckt und ihr Leben danach eingestellt”, sah Prälat Heinemann die Caritasschwestern als Engel und Boten Gottes an. „Mag kommen, was will, die Schwestern sind immer und dies beruhigt, denn man ist in guten Händen. Sie haben ein großes Werk geschaffen. Wie gut, dass es sie gibt”, dankte und lobte er den unermüdlichen Einsatz der Caritasschwestern.

Viele Freunde waren gekommen zum Jubiläum. Bundestagsabgeordneter Leo Dautzenberg war ebenfalls anwesend, auch Dr. Richard Nouvertné von der Kreissparkasse Heinsberg. Und Pfarrer Ralf Schlösser sagte zum Beginn des Gottesdienstes: „Heute ist nicht irgend ein Tag, heute ist ein besonderer Jubeltag”. Der feierliche Gottesdienst wurde von den Kirchenchören Höngen und Waldenrath mitgestaltet.

1928 begannen die Caritasschwestern im Selfkant mit ihrer Arbeit. Im Geschichtsbuch „1000 Jahre Millener Kirche” wird beschrieben, dass einige Schwestern gegen Ende der 20er Jahre in der Propstei zu Millen wohnten.

Sie führten unter anderem auch eine Nähschule für die Mädchen, kümmerten sich neben der Altenpflege um die Kinder. Etwa Anfang der 30er Jahre stand in Höngen ein schlossähnliches Bauernhaus zum Verkauf. Es war Haus Biesen, geführt von einem Junggesellen. Da die Schwestern aber kein Geld zum Kauf hatten, verpflichteten sie sich, das Haus des Junggesellen in Ordnung zu halten.

Sie waren sehr emsig, sprachen viele Unternehmer an und sammelten Steine. Wie aktiv die Schwestern waren, zeigte sich bald, denn es wurden über 30 000 Steine für einen Neubau und eine Erweiterung gesammelt. Alles wurde dann in Eigenleistung erledigt. Schon damals hatten die Caritasschwestern viele Helfer.

1950 wurde die Kapelle fertiggestellt. Im Jahre 1959 wurde dann die Küche fertiggestellt. Und die Schwestern waren nun überglücklich; jede hatte Anfang der 60er Jahre ihr eigenes Zimmer.

1964 kam nach der Rückgliederung des Selfkant im Jahre 1963 Bewegung in die Baumaßnahmen; die Regierung ließ sich nicht lumpen. Mittlerweile ist Haus Biesen ein Schmuckstück in der Pflege- und Altenbetreuung. Durch ihren Einsatz im ganzen Selfkant haben sich die Caritasschwestern einen Namen gemacht.