Heinsberg-Waldenrath: Männer-Sextett ohne Tünche und Mikro

Heinsberg-Waldenrath : Männer-Sextett ohne Tünche und Mikro

Amüsant, natürlich und heimatverbunden: Das ist Ungesang - ein A-Capella-Sextett, das den ersten öffentlichen Auftritt in der Begegnungsstätte Waldenrath bravourös meisterte.

Als sich die Stimmband-Combo gründete, hatten die Initiatoren klare Vorstellungen von ihrem musischen Werk. Als Fans von Wise Guys, Bläck Fööss und von den legendären Comedian Harmonists traten sie in deren Fußstapfen und importierten deren programmatische Ausrichtung via Köln-Waldenrath.

Das war die Geburtsstunde des Sextetts Ungesang. Erste Auftritte im Karneval, private Einladungen und die krönenden Beiträge zu den Konzerten des Musikvereins brachten die Bestätigung, aus dem Stand erfolgreich auf Neuland vorzustoßen. Mittlerweile ist Ungesang ein Geheimtipp.

Zusammengehalten werden die Musiker - allesamt seriöse Familienväter, Arbeitnehmer und Blasmusiker - von ihrer Begeisterung für den Gesang. Von den Auftritten ihrer Vorbilder lassen sie sich immer wieder neu inspirieren, opfern dem Hobby viel Freizeit und leben ihre Liebe zum Gesang privat und immer öfter öffentlich aus: Ungesang ist A-Capella-Gesang reinen Wassers. Die Engländer haben den Deutschen im A-Capella-Gesang eine Menge voraus. Man denke nur an die King Singers.

Eifrige Newcomer

Hierzulande waren es 1927 die Comedian Harmonists, die für damals furios die Charts eroberten. Noch heute dienen sie vielen Gruppen wie zum Beispiel der komödiantisch-satirischen Combo Wise Guys als große Vorbilder.

Ungesang folgt ihnen - just für fun. Um einmal auszuloten, wie sie beim Publikum ankommen, traten sie in der Begegnungsstätte auf. Die kleine Halle platzte aus allen Nähten; Alt und Jung amüsierten sich köstlich über die eifrigen heimischen Newcomer.

War ihnen das Lampenfieber anfangs noch anzusehen, wirkten sie im Laufe ihres Auftritts immer unverkrampfter. Ungesang überzeugte mit einem Liederabend. Die erwähnten Vorbilder verschafften reichlich Futter.

Und so muss man kein Prophet sein, um der Band eine verheißungsvolle Zukunft zu vorherzusagen. So ein Konzert weckt einfach die Lust auf Mehr. Der Beifall prasselte. Die Besucher fanden „ihre Männer” zunächst im dezenten Schwarz, später im lockeren Outfit des ersten Auftritts einfach hinreißend.

Ganz deutlich wurde die Liebe zu ihrem Heimatort Woare. Der Ort ist für sie perfekt und korrekt, und das nicht nur, weil sich das so schön reimt. Selbstironie würzte die Darbietung. Ungesang verfügt über eine Menge stimmlicher Qualitäten.

Das gilt sowohl für die Oberstimmen als auch für den Generalbass. Die sechs Männer sind natürlich, verkaufen sich ohne Tünche und Mikro. Mut zur Lücke! Das machte Ungesang besonders sympathisch. Ihr Honorarverzicht brachte ihnen zusätzlichen Beifall.

Der Erlös soll aufgeteilt werden auf Musikverein, Trommlerkorps und Kirchenchor für die Nachwuchspflege, damit Kinder heute und morgen singen und musizieren. Bravo Ungesang!