Hückelhoven-Kleingladbach: Luise Meuser: „Heute habe ich Mut und Hoffnung”

Hückelhoven-Kleingladbach : Luise Meuser: „Heute habe ich Mut und Hoffnung”

Luise Meuser lacht. Die 68-Jährige ist endlich wieder glücklich. „Ich habe gedacht, ich komme nie mehr nach Hause zurück”, sagt sie.

„Doch ich habe es geschafft.” Luise Meuser kann auf diese Leistung zu Recht stolz sein.

Seit ihrer Geburt ist die Kleingladbacherin spastisch gelähmt. Nur eingeschränkt konnte sie ihren Haushalt führen.

Ihre Behinderung meisterte sie aber glänzend. Und ihr Lebenswerk ist beachtlich. Sie lebte nicht nur jahrelang allein im eigenen Haus - mit ihrem liebsten Hobby, dem Schreiben, verewigte sie sich einzigartig.

Sie veröffentlichte drei Bücher, schrieb Texte für den WDR sowie verschiedene Zeitungen und arbeitete für missio und Prälat Arnold Poll.

Doch eine schwere Krankheit brachte ihr Leben im Winter 2001 ins Wanken. „Ich stürzte dauernd und konnte nicht einmal mehr die Hand zum Essen an den Mund führen”, erinnert sich die resolute Frau.

Die vierwöchige Kurzzeitpflege brachte keine Besserung, also wurde die Kleingladbacherin in die Neuroklinik Rheindahlen eingeliefert.

Dort fällten die Ärzte nach der Untersuchung ein hartes Urteil: „Sie leiden unter einer Verengungen des Rückenmarkkanals. Wenn Sie sich nicht operieren lassen, sind Sie bald gelähmt und sterben an einem Herzstillstand.”

Luise Meuser setzte alles auf eine Karte und ließ sich in Düsseldorf operieren. Doch echte Hoffnung hatte sie nicht.

„Vor der Operation sagte ich zu der jungen Ärztin, bitte lassen sie mich sterben. Ich kann und will nicht mehr leben, wenn ich nicht mehr schreiben kann.”

Heute ist Luise Meuser froh, dass die Ärztin ihrer Bitte nicht nachkam, auch wenn sie die 13 Monate Heimaufenthalt im Anschluss als die „Dunkelzeit” ihres Lebens bezeichnet.

„Von der erste Minute drängte mich nur ein Gedanke: Nach Hause, Du musst nach Hause.” Freunde und Bekannte zeigten wenig Verständnis für diesen Wunsch. „Du musst im Heim bleiben”, sagten sie immer wieder”, erinnert sie sich.

Aber die Angst davor, im Heim ihre Persönlichkeit zu verlieren, siegte. Mit ihrer eisernen Willensstärke setzte sie sich durch. Heute sitzt Luise Meuser in ihren eigenen vier Wänden, schlürft per Strohhalm an ihrem Cappuccino und hat auch wieder jede Menge Ideen für neue Texte und Gedichte.

Und einen neuen Auftrag, einen Kalender zu beschriften, hat sie auch schon in der Tasche. „Ein Buch werde ich vorerst nicht schreiben”, bleibt sie realistisch.

Schließlich kann sie die Texte nicht mehr mit einem Finger in die Schreibmaschine tippen, wie sie es vor der Krankheit 31 Jahre lang getan hat. Die 68-Jährige kreiert alle Texte in ihrem Kopf.

Wenn sie fertig sind, diktiert sie sie Freunden und den Helfern vom Pflegedienst, die geduldig jede Änderung aufnehmen, bis das Werk fertig ist. „Heute habe ich Mut und Hoffnung”, sagt Luise Meuser.

Den Menschen möchte sie sagen: „Das Leben ist wert, gelebt zu werden, auch wenn es manchmal kalt und hart und so dunkel erscheint, dass man nicht einmal an ein neues Morgen zu glauben wagt. Ich habe am eigenen Leib erfahren: Alles wird gut. Man muss sich nur mit seiner ganzen Kraft einbringen und in Geduld warten.”

Ihr Buch „Im Lebenskreis der Hoffnung” ist beim Reinhard Stahnke Verlag, Postfach 101940, 52019 Aachen, erhältlich.