Kreis Heinsberg: Lotsen sollen bei der Integration Hilfestellung geben

Kreis Heinsberg : Lotsen sollen bei der Integration Hilfestellung geben

Mit dem Projekt Integrationslotsenschulung „Voll auf Kurs” trat jetzt die Integrationsagentur vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich in Zusammenarbeit mit dem Verein Türkischer Arbeitnehmer in Hückelhoven an die Öffentlichkeit.

Ziel des Projektes ist die Befähigung von Menschen mit Migrationshintergrund, ihre Landsleute darin zu unterstützen, sich erfolgreich hierzulande zu integrieren. Kooperationspartner sind viele Vereine und Beratungsstellen auf Kreisebene sowie die Integrationsbeauftragten der Stadt Hückelhoven und des Kreises Heinsberg.

Es soll ein Team aufgebaut werden, das die Migrantinnen und Migranten in ihren Integrationsbemühungen unterstützt, beispielsweise bei der Suche nach geeigneten Schul- und Kindergartenplätzen, Qualifizierungsmaßnahmen oder Deutsch-Sprachkursen, im Umgang mit Ämtern, beim Ausfüllen von Formularen und allgemeinen Problemlagen.

Wie Christian Ehlers von der Integrationsagentur im Kreis Heinsberg erläuterte, sollen zugewanderte Eltern darin motiviert werden, sich nicht aus der Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen zu verabschieden. Eltern könnten ermutigt werden, sich für die Bildung und den beruflichen Erfolg ihrer Kinder einzusetzen.

Die Schulung der Lotsen soll im Oktober beginnen und erstreckt sich über ein Jahr. Sie findet in den Räumlichkeiten des Vereins Türkischer Arbeitnehmer in Hückelhoven und in den Schulungsräumen des Kirchenkreises Jülich statt. Insgesamt können maximal 15 ehrenamtliche Kräfte mit Migrationshintergrund an der Schulung teilnehmen.

Integrationslotse kann werden, wer aufgeschlossen gegenüber fremden Kulturen ist, Kommunikations- und Kontaktfähigkeit sowie Kritikfähigkeit besitzt. Eine wesentliche Aufgabe der Schulung ist es, die Lotsen in ihrem Sozialraum mit den Akteuren der Integrationsarbeit zu vernetzen. Zu den Netzwerkpartnern gehören zum Beispiel Sprachkursanbieter, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, Vereine und Verbände, Schulen und Kindertageseinrichtungen.

Christian Ehlers erläuterte weiter, vergleichbare Lotsenmodelle gebe es schon an anderen Orten, zu denen man Kontakt aufgenommen habe. In der Vergangenheit habe man übereinander geredet, jetzt solle miteinander geredet werden.

Im Verlauf einer Diskussion über das vorgestellte Projekt wurde deutlich, wie viele Menschen mit Migrationshintergrund Hilfe benötigten. Die Sprache sei nach wie vor ein großes Problem. Die ältere Generation brauche Kontaktmöglichkeiten bei praktischen Dingen, wie zum Beispiel der Pflegeversicherung. Die Präsenz, die Öffnung und Transparenz von Migrationsorganisationen wolle man erhöhen und somit insgesamt die positive Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung verstärken.