Lindern bis 2006 an A46 angebunden?

Lindern bis 2006 an A46 angebunden?

Kreis Heinsberg (an-o) - Der Knatsch um die K5n, die Autobahn-Anbindung ans Industriegebiet Lindern, scheint nun ein Stück unrühmlicher Vergangenheit zu sein. Denn Provinzfürsten und Land verständigten sich am Donnerstag beim Treffen im Düsseldorfer Verkehrsministerium auf eine neue Lösung, die da lautet: L364n.

Bereits im Juni dieses Jahres hatte - wie berichtet - Staatssekretär Dr. Jörg Hennerkes die Katze aus dem Sack gelassen, als er bei einem Besuch im Kreishaus überraschend mitteilte, dass das Land mittlerweile die östliche Ortsumgehung Hilfarth mit Anbindung an das Linderner Areal favorisiert. Fraglich war zu diesem Zeitpunkt indes, wie die betroffenen Kommunen die Entwicklung beurteilen würden? Durchweg positiv - das steht nun nach dem gemeinsamen Gespräch im Düsseldorfer Verkehrsministerium, das durch Staatsminister Dr. Christoph Zöpel MdB initiiert worden war, offensichtlich fest. An dem Gespräch nahmen Landrat Karl Gruber, die Bürgermeister Franz Beemelmanns (Geilenkirchen), Josef Offergeld (Heinsberg), Werner Schmitz (Hückelhoven) sowie Zöpel teil. Wie der Staatsminister in einer Pressemitteilung gestern wissen ließ, waren Gegenstand der Erörterungen die Bedenken bei der Planung der K5 und die Frage nach den Möglichkeiten der Anbindung durch eine Verlängerung der Ortsumgehung Hückelhoven im Zuge der L364n.

"Prioritär Anbindung erreichen"

Das Ergebnis des Termins fasst Zöpel wie folgt zusammen: Das Land erklärt sich bereit, "prioritär eine Anbindung der Industriefläche in Lindern im Zuge der L364n zu erreichen". "Dies wird möglich sein durch den erwarteten Baubeginn der Ortsumgehung Hückelhoven im Jahre 2003 bis zur Rheinstraße und einen Weiterbau in Zusammenarbeit zwischen Land und Kreis bis nördlich Brachelen und schließlich eine Anbindung der Fläche durch eine Kreisstraße, die von nördlich Brachelen in das Industriegebiet führt".

Zuviel Landschaftsverbrauch

Die K5n in ihren vielen, hitzig diskutierten Varianten dürfte damit für immer vom Tisch sein. Das Gezänk vornehmlich zwischen Kreis Heinsberg und der Stadt Heinsberg um die Trassenfindung war am Ende nutzloses Kräftemessen. Die massive Kritik der Landwirtschaft am Bau der Kreisstraße 5n hat letztendlich zu einem Umdenken bei den Verkehrsstrategen geführt. Zuviel Landschaftsverbrauch - beklagten die Bauern.

Die östliche Ortsumgehung Hilfarth in Form der L364n soll bis 2003 abgeschlossen sein, und, wie zu hören war, könnte die endgültige Anbindung des Linderner Industriegebietes an die A46 bis 2006 in trockenen Tüchern sein.

Paulsen begrüßt Lösung

Wie die Bürgermeister die neue Sachlage kommentieren, war gestern nicht zu erfahren: Man habe sich auf ein gemeinsames Stillschweigen verpflichtet. Die am Donnerstag ausgehandelte Lösung dürfte so gut wie beschlossene Sache sein, vorausgesetzt der Kreistag hebt seinen Beschluss zur Realisierung der K5n, Variante 4, auf.

Die Zeichen hierfür stehen gut. Heinz-Jakob Paulsen, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag, erklärte gestern auf Anfrage, dass er und wohl auch die Mehrheit seiner Kollegen die Düsseldorfer Einigung "begrüßen". Die neue Priorität sei im Sinne Linderns und auch Hilfarths, das damit eine sinnvolle Umgehung erhalte. Und einen weiteren positiven Aspekt bringe die Wende noch: "Es wird keinen langwierigen Prozess mit der Stadt Heinsberg geben". Eine K5n wäre nach Einschätzung des CDU-Fraktionschefs nicht bis Mitte dieses Jahrzehnts zu machen gewesen.

Nun darf man gespannt sein, wann die herbeigebeteten Investoren Interesse zeigen am brach liegenden Industriegebiet Lindern.