Kreis Heinsberg: Lehrer war der Traumberuf von Peter Kaiser

Kreis Heinsberg : Lehrer war der Traumberuf von Peter Kaiser

In der Schule in Kirchhoven, wo Schulamtsdirektor Peter Kaiser einst seine pädagogische Laufbahn begann, feierte er auch seinen Abschied. Auf eigenen Wunsch geht er nach 26 Jahren als Schulleiter und Schulrat zum Jahresende in den Ruhestand, nicht zuletzt aus gesundheitlichen Gründen.

„Sie gehen, aber Sie verschwinden nicht“, bescheinigte ihm Gertrud Bergkemper-Marks, Abteilungsleiterin Schule bei der Bezirksregierung in Köln, in ihrer Laudatio. „Ihre Ideen und Initiativen werden in den Schulamtsbereichen Düren, Aachen und Heinsberg noch andauern und weiterwirken.“ Sie blickte zurück auf Kaisers Kindheit in Düren-Arnoldsweiler, seine Internatszeit im Haus Overbach in Jülich und seine Studienzeit an der Pädagogischen Hochschule in Aachen.

Dort studierte Kaiser Geschichte, Deutsch und Erdkunde ... und lernte seine Frau Ruth kennen. Referendariat und Probezeit als Lehrer habe er aufgrund seiner didaktischen Fähigkeiten und seiner menschlichen Qualitäten im Schnelldurchlauf absolviert, erklärte die Laudatorin. Von 1977 bis 1986 war er Lehrer an der Hauptschule in Kirchhoven, 1987 wurde er Rektor der Grundschule in Ratheim.

1990 kam er als Rektor an die Hauptschule nach Kirchhoven zurück und wurde nach deren Zusammenlegung mit der Heinsberger Hauptschule 1992 Rektor an der Luise-Hensel-Schule in Erkelenz. 1997 erhielt Kaiser seine Urkunde zum Schulrat als Schulaufsichtsbeamter für den Kreis ­Aachen. 2001 wurde er zum Schulamtsdirektor ernannt. 2004/2005 war er ein Jahr lang auch für den Kreis Düren zuständig, 2006 kam er dann in den Kreis Heinsberg zurück.

Im Kreis Heinsberg habe Kaiser neue Strukturen zur Zusammenarbeit zwischen Elementar- und Primarbereich aufgebaut, so Bergkemper-Marks. Darüber hinaus habe er sich der Begabungsförderung gewidmet im Rahmen des Netzwerks „Begaben wagen“. Ebenfalls als Initiative Kaisers würdigte die Laudatorin die „Frühgruppe“ in Form einer Arbeitsgemeinschaft für alle Lehrkräfte, die an einer Funktion als Schulleiter interessiert sind. „Der Erfolg gibt ihm Recht: Im ganzen Kreis Heinsberg ist zurzeit nur eine Rektoren-Funktionsstelle im Grundschulbereich unbesetzt“, lobte sie sein Wirken.

Landrat Stephan Pusch schloss sich den lobenden Worten an und bedauerte vor allem den Entschluss Kaisers, vorzeitig aus dem Dienst auszuscheiden.

Lehrer sei sein Traumberuf und die weiteren Stationen dessen Fortsetzung gewesen, erklärte Kaiser in seiner Abschiedsrede. Seine Motivation, in der Schulaufsicht tätig zu sein, sei gewesen, „in diesem neuen Arbeitsfeld mit dazu beizutragen, dass Schulen eigenständiger arbeiten können“, so Kaiser. „Dabei habe ich immer die staatliche Verantwortung durch die Schulaufsicht als notwendigen Rahmen gesehen, in dem sich diese Eigenständigkeit vollziehen muss. Das muss stets in der Balance gehalten werden.“ Als neue Aufgabe komme auf die Schulen die Inklusion zu, „als Zukunftsinvestition in eine neue Gesellschaft, in der alle zusammengehören.“

Im Ruhestand möchte sich Kaiser seinem Hobby, der Sammlung von Fossilien und da besonders von Trilobiten widmen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben sind. „Mein Traum wäre, ein Kinderbuch über die Trilobiten zu schreiben“, verriet er, „um so den Kindern die faszinierende Welt nahezubringen, wie sie vor uns Menschen existierte.“ Aber auch ehrenamtlich wird sich Kaiser engagieren, so im neuen Verein „Mentor — Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg“.

(anna)