Erkelenz: Lebenslügen, Verfehlungen und die Gefühlswelt

Erkelenz : Lebenslügen, Verfehlungen und die Gefühlswelt

Beim mittlerweile 18. Literarischen Quartett im Burgh-Keller des Cornelius-Burgh-Gymnasiums konnten sich die Zuschauer mit Ideen für Buchgeschenke für das Weihnachtsfest inspirieren lassen.

Gastgeberin Inge Koch-Wittmann präsentierte jedoch zuerst einen Werbespot für ein neues Produkt, das die Kommunikations- und Informationstechnologie revolutionieren würde: „Book”.

Das Ganze entpuppte sich als ironischer Kommentar zur Technikverliebtheit der modernen Menschen. Das neue Produkt „Book” wurde unter anderem als stromunabhängig und komplett recycelbar angepriesen. Ein besonderes Add-on gab es auch noch: „Lesezeichen” zum leichten Wiederfinden der zuletzt abgerufenen Information.

Nach der humoristischen Einlage ging es los. Wieder standen drei Bücher auf dem Programm. Das erste war „Kürzere Tage” von Anna Katharina Hahn, das von der Lehrerin Julia Tüffers vorgestellt wurde. Sie sei versucht gewesen, es nach einigen Seiten wieder wegzulegen, betonte Tüffers. Es ist die Geschichte von zwei Frauen, die ihr Leben bis zur Selbstverleugnung inszenieren und sich gegenseitig durch die Fenster ihrer Wohnungen beobachten. Als glücklichen Gegenentwurf präsentiert die Autorin die 80-jährige Luise und einen 13-jährigen Jungen, der es schafft, aus seiner Welt auszubrechen.

Die Frage nach der Lebensbewältigung ziehe sich durch das gesamte Buch, das als Debütroman der Autorin viel Lob eingeheimst hat, so das Fazit der Rezensentin.

„No und ich” heißt das Buch von Delphine de Vigan, mit dem die französische Autorin derzeit auch außerhalb ihres eigentlichen Heimatlandes erfolgreich ist. Vorgestellt wurde es von Anna Fuchs, einer Schülerin der zwölften Jahrgangsstufe des Gymnasiums. Die Geschichte der Freundschaft zweier junger Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kam beim Quartett durchweg gut an. Das Buch handelt von einer hochbegabten 13-Jährigen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die obdachlose No von der Straße zu holen. Besonders gelobt wurde die gelungene Darstellung der Gefühlswelt des jungen Mädchens.

Beatrix Tichelman stellte den Erzählband „Sommerlügen” des Autors Bernhard Schlink vor, der mit „Der Vorleser” große Bekanntheit erlangt hat. Die Geschichten, in denen es unter anderem um Lebenslügen und Verfehlungen ging, bezeichnete Tichelman als ideale Kaminlektüre für kalte Winterabende.