Erkelenz: Lautstarkes Trendsport-Turnier an Hauptschule

Erkelenz : Lautstarkes Trendsport-Turnier an Hauptschule

Ausnahmezustand in der Städtischen Gemeinschaftshauptschule Erkelenz: Statt Mathe und Englisch stehen zwei Tage lang Sport, Sport und nochmal Sport auf dem Stundenplan.

Doch die Schülerinnen und Schüler müssen sich nicht bei Leibesübungen an Reck und Stufenbarren quälen, sie dürfen sich ganz modernen Trendsportarten widmen.

Die Jugendlichen treten in Teams gegeneinander an und hören dabei Rap-Musik aus großen Lautsprechern. „Einfach cool”, ist von den Schülern zu hören. „Das ist tausendmal besser als Unterricht.”

Street-Basketball, Street-Soccer und Street-Dancing - auf dem Schulhof herrscht ein riesiges Spektakel.

Große Luftkissen teilen den Platz in drei 20 mal 15 Meter große Fußballfelder und drei zehn mal zehn Meter große Basketballfelder, auf denen sich 350 Schüler tummeln.

„Wir haben insgesamt 120 Teams, die in den unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander antreten”, erklärt Wolfgang Hübner, Organisator des „FootLocker-Turniers”.

Der Biologie- und Sportlehrer hat selbst sichtlichen Spaß an der Veranstaltung, auch wenn er nicht mitspielen darf, sondern zusammen mit der Hälfte seiner Kollegen den reibungslosen Ablauf des Turniers garantiert. „Die Anderen müssen arbeiten”, so Hübner. „Wir wollen nicht, dass es zu Unterrichtsausfällen kommt.”

Während die Schüler der Klassen 8 bis 10 am Montag ihr Geschick an Fußballtor und Basketballkorb unter Beweis stellen, sind die Klassen 5 bis 7 am Dienstag an der Reihe. Die Schüler, die jeweils nicht im sportlichen Einsatz sind, müssen wie gewohnt die Schulbank drücken.

„So gut das eben geht”, schmunzelt Wolfgang Hübner. Schließlich ist es nicht so leicht, Vokabeln zu lernen, wenn vom Schulhof her der laute Bass der Musikanlage durch die Klassenräume dröhnt.

Auf einem kleinen abgetrennten Feld des Schulhofes treffen sich vor allem die Mädels zum Street-Dance. Unter Anleitung bewegen sie sich rhythmisch zur Musik, lernen Choreographien, die sie bestimmt auch in der Disco noch einmal ausprobieren werden.

Die Jungs zieht es eher an die die große Torwand und den „Speedmaster”, an dem die Schussgeschwindigkeit gemessen wird. Beim Basketball sind die Schülerinnen und Schüler gleichermaßen bei der Sache. Es gilt, in 30 Sekunden so viele Korbtreffer wie möglich zu erzielen.

Bei den „Crazy Shots” ist außerdem die Geschicklichkeit gefragt, auf einem Bein stehend oder im Sitzen versuchen die jungen Talente, den Ball im Korb zu versenken.

„Aber das sind die Nebenschauplätze”, erklärt Wolfgang Hübner. „Die Kinder sollen sich zwischen den eigentlichen Turnieren, in denen jeweils zwei Mannschaften gegeneinander antreten, nicht langweilen, sollen ständig aktiv bleiben.”

Dieses Vorhaben scheint geglückt, denn an sämtlichen Basketballkörben und auf den Fußballfeldern tummeln sich die Schüler, die zwar ziemlich außer Atem sind, aber dennoch jederzeit wieder einen Unterrichtstag gegen ein solches Turnier eintauschen würden.