Kreis Heinsberg: Landrat Stephan Pusch: „2009 war ein Jahr der gemischten Gefühle”

Kreis Heinsberg : Landrat Stephan Pusch: „2009 war ein Jahr der gemischten Gefühle”

Landrat Stephan Pusch erinnerte in der letzten Kreistagssitzung in seiner Rede zum Jahresabschluss auch an die positiven Entwicklungen im Kreis Heinsberg.

„Sicherlich war 2009 für den Kreis Heinsberg ein Jahr der gemischten Gefühle. Wohl wissend, dass die Wirtschafts- und Finanzkrise irgendwann auch den Kreis erreichen wird, gab es auch durchaus positive Ereignisse und Signale.”

Zudem sagte Pusch: „Als sehr positiv empfinde ich, dass nun beide großen Fernstraßenprojekte, von denen wir schon so viel gesprochen haben, nun endlich konkrete Formen annehmen”, so Pusch. Die Ausbauphasen der B56n und die B221n sowie die begleitenden Kreisstraßenprojekte befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, „so dass wir am Ende des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts mit der Gewissheit ins nächste Jahrzehnt gehen, dass sich infrastrukturell einiges im Kreis Heinsberg tun wird und damit die Grundlage für den ökonomischen Fortschritt unserer Region um einiges verbessert wird.”

Mit Blick auf die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise und das so genannte Konjunkturpaket II habe der Kreistag die notwendigen Weichenstellungen vorgenommen und Investitionsvorhaben mit einem Auftragsvolumen von rund 6,5 Millionen Euro auf den Weg gebracht. Die Umsetzung stehe nun bevor, vor allem im Kreishaus, das - im Januar beginnend - komplett energetisch saniert werde. Doch auch an den Schulen habe der Kreistag durch seine Beschlüsse zum Konjunkturpaket II wiederum Zeichen gesetzt. Verschiedene Maßnahmen würden dort ebenfalls zur Verbesserung beitragen.

Was Innovation und Fortschritt angeht, rücke im Kreis Heinsberg einmal mehr das Siemens-Prüfzentrum für Schienenfahrzeuge in den Blickpunkt, erklärte der Landrat. Das von der RWTH Aachen beim Land Nordrhein-Westfalen und der Raumfahrtagentur mit einem Gesamtvolumen von elf Millionen Euro beantragte Fördervorhaben „Galileo above” sei in diesem Jahr bewilligt worden. „Im Rahmen dieses Projekts werden in der Region zwei Galileo-Test- und Entwicklungsumgebungen für Anwendungen im Straßen- und Schienenverkehr in Aldenhoven und Wegberg-Wildenrath entstehen.”

Unter dem Stichwort „Klimawandel” kam Pusch auf die Photovoltaik zu sprechen. Mit der Nutzung der Dächer eigener Gebäude sei der Kreis beispielgebend.„Dass wir den wirtschaftlichen Teil des Bürgersolarstroms wirklich bürgerorientiert genossenschaftlich organisiert haben, ist in meinen Augen der richtige Weg.”

Die finanzielle Situation der Kommunen werde angespannter denn je sein, so Pusch. Ein Umlageverband wie der Kreis werde immer dann, wenn die finanzielle Belastung der Geldgeber (also der Kommunen) steige, zum Sparen aufgerufen. „Natürlich ist es richtig, stets so sparsam wie möglich zu wirtschaften. Sparsamkeit war dem Kreis Heinsberg nie ein Fremdwort. Auf der anderen Seite übernimmt der Kreis viele Aufgaben für seine Kommunen und erfüllt diese so gut und so effektiv wie möglich. Das geht nicht zum Nulltarif, zumal es sich fast ausschließlich um gesetzliche Aufgaben handelt”, sagte der Landrat.

Deshalb sei er gewillt, die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden zu intensivieren, um bei der gemeinsamen Aufgabenerfüllung noch effektiver zu werden. Zum anderen ist ein Konsens zwischen Kreis und seinen Kommunen unverzichtbar, auch im Hinblick auf die Positionierung des Kreises Heinsberg. Als „Region zwischen den Ballungszentren” sei der Kreis Heinsberg gehalten, sein eigenes Profil zu schärfen. Diese notwendige Profilierung erfolge aber nicht über einzelne Kirchtürme.

Die Präsenz und die Erfolge des Kreises Heinsberg bei Ausstellungen, Messen und Wettbewerben könnten sich sehen lassen, so Pusch. „Es bleibt dabei: HS - das ist inzwischen ein Markenzeichen.” Bei der Grünen Woche in Berlin, in deren Rahmen sich der Kreis Heinsberg einen Tag lang auf dem Stand des Deutschen Landkreistages präsentieren dürfe, „werden wir dies einmal mehr unter Beweis stellen”.

Mit der Bildungsoffensive gegen politischen Extremismus, die Initiativen im Bereich der Schulen und der Jugend sowie der Erwachsenenbildung umfasste, habe der Kreis Zeichen gesetzt, so Pusch. Diese Aktivitäten seien bei weitem nicht abgeschlossen.