Wegberg: Lachmuskeln im Dauerstress bei Loriot

Wegberg : Lachmuskeln im Dauerstress bei Loriot

Erwartungsvoll drängten sich die Zuschauer im Wegberger Forum, um sich von „Loriots dramatische Werken” verzaubern zu lassen.

Zwar fanden die Szenen ohne die eigentlichen Stars der Sketche, Loriot und Evelyn Hamann in den Hauptrollen, statt, doch war dem begeisterten Publikum schnell anzumerken, dass dies der Aufführung keinerlei Abbruch tat.

Den Auftakt zur neuen Theatersaison in Wegberg bildeten 16 verschiedene Szenen aus der Feder von Bernhard Vietor Christoph Carl von Bülow, die die „Komödie im Bayerischen Hof” aus München im Wegberger Forum präsentierte.

Das Publikum war begeistert, feierte mit Beifallstürmen das Feuerwerk an Komik. Es war ein gelungener Auftakt für die neue Theatersaison, denn die Lachmuskeln des Publikums waren an diesem Abend im Dauerstress.

Die Schauspieler servierten die Sketche geschmackvoll und amüsant. Mit viel Tempo wurden die herrlichen Mini-Dramen rund um die kleinen Alltagskatastrophen, menschlichen Fehler und Missverständnisse parodiert.

Gerade deswegen sind Loriots Parodien so witzig, weil sie den ganz normalen und vor allem alltäglichen Irrwitz einfangen und auf den Punkt bringen, wie etwa in der Diskussion um „Das Viereinhalb-Minuten-Ei” oder dem Futterneid der Campingfreunde um den „Kosakenzipfel”.

Nicht zu verachten waren auch Sketche wie der über den „Lottogewinner”: „Ich heiße Erwin Lindemann, bin seit 66 Jahren Rentner, und der Papst eröffnet mit meiner Tochter in Wuppertal eine Herrenboutique”, oder über die Ansagerin bei der „Inhaltsangabe”, die sich bei den Fernsehaufnahmen mehr und mehr verhaspelt, oder die Ehefrau, die ihren Gatten um die verdiente Ruhe am „Feierabend” brachte.

Sehr aufwändig war bei all dem humorvollen Trubel vor allem auch das Bühnenbild, das zu jedem neuen Thema eine andere Dekoration brauchte, was dann ebenfalls humoristisch in Szene gesetzt wurde.

Denn der jeweilige Umbau geschah auf offener Bühne, die Kulissenschieber wurden „liebevoll” in den nächsten Sketch ebenso einbezogen wie Maskenbildnerin und Beleuchter.

Zeitweise lief im Hintergrund ein Film ab, der einen Blick in die Garderobe oder auf Geschehen außerhalb der Bühne zeigte. Größtes Lob gebührte nicht zuletzt dem Ensemble, allen voran den Hauptdarstellern Werner Haindl und Simone Solga, die mit ihrer komödiantischen Virtuosität einen Vergleich mit den Bildschirmoriginalen sicherlich nicht zu scheuen brauchten.