Kreis Heinsberg: Kunstverein Region Heinsberg feiert Sommerfest

Kreis Heinsberg : Kunstverein Region Heinsberg feiert Sommerfest

Mit zahlreichen Kunstfreunden und Liebhabern von zeitgenössischer Kunst feierte der Kunstverein Region Heinsberg sein traditionelles Sommerfest - begleitet von einer Vernissage. Eröffnet wurde eine sehenswerte Ausstellung mit Werken des Künstlerpaares Thomas Junghans (Skulptur) und Siiri Spronken (Malerei).

Sie ist bis zum 26. September zu sehen; sonntags von 11 bis 17 Uhr und freitags von 15 bis 18 Uhr.

Eröffnet wurde das Sommerfest (mit unterhaltsamer Musik von „Wassen Jazz”) vom Vorsitzenden Alwin Hintzen, der sich besonders darüber freute, ein Künstlerpaar präsentieren zu können, das bereits vor 20 Jahren seine Arbeiten in den Räumen des Heinsberger Kunstvereins ausstellte.

Diesen Umstand erachtete auch Kunsthistorikerin Christina Kral als sehr spannungsreich und ging Junghans´ sowie Spronkens künstlerischer Entwicklung auf die Spur. Bei der Betrachtung der neuesten Arbeiten stellte sie fest, dass auch nach zwei Jahrzehnten künstlerischen Schaffens immer noch die figürlichen Gestalten das wichtigste Motiv beider Künstler seien.

Die Faszination dabei beruhe vor allem auf Gesichtern, die den Künstlern viele Möglichkeiten und Freiheiten in der Darstellung bieten würden. „Schon vor 20 Jahren standen der Mensch, der menschliche Körper und das Gesicht im Zentrum der Arbeiten von Siiri Spronken und Thomas Junghans. Menschen und manchmal auch Tiere blicken uns aus Spronkens Gemälden entgegen und auch in den zunächst relativ abstrakten Skulpturen von Junghans lassen sich bei näherer Betrachtung figurative Züge erkennen”, umschrieb die Kunsthistorikerin das „versteckt Sichtbare”.

Von Thomas Junghans sind in der Ausstellung mehrere Arbeiten aus Bronze, Eisen und Holz zu sehen. Ganz besonders auffällig sind die hölzernen Skulpturen, für die der Künstler stets Akazienholz oder Eschenholz verwendet. Die Grundlage bilden riesige Baumstämme, die in verschieden große Stücke zerteilt und schließlich mittels Leim und kleiner Zapfen zu neuen Formen, oftmals mit weiblichen, runden und geschwungenen Zügen zusammengesetzt werden.

„Thomas Junghans geht es um das Prinzip der Teilung und das Prinzip des Ganzen. Er zerteilt etwas Ganzes in viele Elemente und wenn er diese wieder zusammenfügt, schafft er eine neue Einheit. Es kommt ihm darauf an, bei diesen neuen Zusammensetzungen wieder ein Gleichgewicht der Formen und Proportionen zu erzeugen, wie es vorher bei dem kompakten Grundkörper auch vorhanden war”, so die Kunsthistorikerin.

Siiri Spronken zeigt in der Ausstellung acht großformatige Ölgemälde auf Leinwand. „Die gewählten Farben, meist rötliche und gelbe Töne, strahlen enorme Wärme und Intimität aus”, so Christina Kral. „Häufig malt die Künstlerin zunächst einen abstrakten Untergrund, dessen Farbigkeit bereits die Grundstimmung des Bildes vorgibt. Aus diesem Untergrund treten mit der Zeit langsam Formen und Figuren heraus, die sie dann durch Konturlinien oder andere Farbigkeiten weiter herausarbeitet.” Ebenso wie Junghans bei den Skulpturen reduziere Spronken figurative Züge stark auf die grundlegendsten Details.